Abwehr steht, Offensive patzt

Saarbrücken. "Es war kein Offensiv-Spektakel", sagte Manuel Stiefler, Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, nach dem torlosen Unentschieden gegen den VfB Stuttgart II am Samstag im Ludwigspark-Stadion. 3284 Zuschauer sahen aber wie VfB-Trainer Jürgen Kramny "ein sehr interessantes Spiel mit ganz unterschiedlichen Phasen beider Mannschaften"

 Der Saarbrücker Manuel Stiefler (rechts) kommt hier zum Abschluss, trifft aber das Tor nicht. Das Heimspiel des FCS am Samstag gegen den VfB Stuttgart II endete torlos. Foto: Eibner

Der Saarbrücker Manuel Stiefler (rechts) kommt hier zum Abschluss, trifft aber das Tor nicht. Das Heimspiel des FCS am Samstag gegen den VfB Stuttgart II endete torlos. Foto: Eibner

Saarbrücken. "Es war kein Offensiv-Spektakel", sagte Manuel Stiefler, Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, nach dem torlosen Unentschieden gegen den VfB Stuttgart II am Samstag im Ludwigspark-Stadion. 3284 Zuschauer sahen aber wie VfB-Trainer Jürgen Kramny "ein sehr interessantes Spiel mit ganz unterschiedlichen Phasen beider Mannschaften".

Das Spielgeschehen im ersten Durchgang fand hauptsächlich 20 Meter rechts und links der Mittellinie statt. Beide Mannschaften hielten den Raum für Offensiv-Aktionen des Gegners eng und taten sich damit auch schwer, sich selbst Möglichkeiten zu erspielen. Das gelang zunächst dem FCS besser. Nach einem Kopfball von Marc Lerandy klärte Stuttgarts Thomas Geyer auf der Linie (8. Minute), beim Kopfball von Tim Knipping (15.) reagierte VfB-Schlussmann André Weis stark. Beide Male hatte Sven Sökler die Chancen eingeleitet. Die beste Möglichkeit vergab aber Stiefler. "Ich nehme den Ball noch einmal mit, aber dann treffe ich ihn nicht richtig", schilderte er, wie er acht Meter am leeren Gehäuse vorbei schießen konnte (23.).

Der VfB wurde erst kurz vor der Pause gefährlich. Nach einem Pass von Johan Audel aus dem Bundesliga-Kader der Schwaben verpasste Christoph Hemlein die Führung um nur einen Schritt (43.). Ein Schuss von Geyer landete am Pfosten (44.). "Nach der Pause hatten wir mehr Ballbesitz, am Ende müssen wir uns bei André Weis bedanken, dass er uns den Punkt festhält", analysierte der Ex-Saarbrücker Kramny die zweite Halbzeit. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff war Sökler am Ende eines Konters über Yannick Bach und Marcel Ziemer frei vorm VfB-Tor aufgetaucht. "Mit etwas Glück geht der Ball unter dem Bein des Torwarts durch", trauerte der Spielmacher der vergebenen Möglichkeit nach: "Ich weiß, dass ich torgefährlicher werden muss. Es ärgert mich selbst am meisten." Zwei Treffer hat Sökler bislang in dieser Saison erzielt, dafür aber zwölf vorbereitet. Am Samstag änderte sich an dieser Statistik nichts mehr.

Die letzte Chance hatte der eingewechselte Kevin Maek, der in der Nachspielzeit aus spitzem Winkel an Weis scheiterte. "Es war ein taktisch geprägtes Spiel. Uns hat in den entscheidenden Situation die Passgenauigkeit gefehlt", sagte FCS-Trainer Jürgen Luginger: "Das Ergebnis geht sicher so in Ordnung." Denn auch der VfB hatte zumindest eine gute Möglichkeit. Doch FCS-Torwart Benedikt Fernandez erwies sich erneut als sicherer Rückhalt, parierte einen abgefälschten Freistoß von Benedikt Röcker reaktionsschnell (72.). "Wichtig war, dass wir wieder zu Null gespielt haben", sagte Luginger, "jetzt können wir mit breiter Brust zum Spitzenreiter Osnabrück fahren".

In Osnabrück werden Fans des FCS wie am Samstag erneut für zwölf Minuten und zwölf Sekunden schweigen - stiller und gewaltfreier Protest gegen das geplante Sicherheitspapier des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Fußball Liga (die SZ berichtete). "Ich

weiß selbst, dass ich tor-

gefährlicher werden muss."

Sven Sökler,

1. FC Saarbrücken