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Tischtennis-Bundesliga
Abschied nehmen mit einem Topspiel

Ein letztes Mal wird der Portugiese Tiago Apolonia an diesem Sonntag in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle als Spieler des FCS an die Platte treten. Das erste Halbfinale gegen Düsseldorf ist das letzte Heimspiel der Saison.
Ein letztes Mal wird der Portugiese Tiago Apolonia an diesem Sonntag in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle als Spieler des FCS an die Platte treten. Das erste Halbfinale gegen Düsseldorf ist das letzte Heimspiel der Saison. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Tischtennis-Bundesligist 1. FC Saarbrücken empfängt am Sonntag im ersten Halbfinale den Rekordmeister Borussia Düsseldorf.

Jede Geschichte hat mal ein Ende. Wenn Tischtennis-Bundesligist 1. FC Saarbrücken an diesem Sonntag um 15 Uhr in der Joachim-Deckarm-Halle Rekordmeister und Tabellenführer Borussia Düsseldorf (30:6 Punkte) im Halbfinal-Hinspiel der Playoffs empfängt, heißt es im Anschluss für einige Abschied nehmen. Für den FCS (Vierter, 24:12) ist es nicht nur das letzte Heimspiel der Saison. Für drei Spieler ist es auch der vorerst letzte Heimauftritt im blau-schwarzen Trikot. Kapitän Bojan Tokic, Tiago Apolonia und Patrick Baum werden den Verein nach der Runde verlassen. Trainer Slobodan Grujic hat seinen Vertrag beim FCS dagegen mittlerweile um ein Jahr verlängert.


Der Slowene Tokic hat in seiner langen Karriere schon viele emotionale Momente erlebt – positive wie negative. Der 37-Jährige spielt seit 2000 ununterbrochen in der Bundesliga. Fast ein Jahrzehnt, seit 2009, trägt er das blau-schwarze Trikot und ist dort der dienstälteste Spieler und Publikumsliebling. Anfang Februar wurde öffentlich, dass es vorerst keine weitere Spielzeit für ihn in Saarbrücken geben wird und er nach Karlsruhe zu Bundesligakonkurrent ASV Grünwettersbach wechselt – auf eigenen Wunsch hin.

Weniger Ligaspiele, mehr Turniere möchte Tokic spielen. Bei dem Pensum eines Clubs wie dem FCS, der seit Jahren immer oben an der Spitze mitspielt, ist das nur schwer zu vereinbaren. Im Vormittagstraining gestern fehlte Tokic. Er spielte ebenso wie Teamkollege Baum (Ziel unbekannt) bei den Slovenian Open, die von Dienstag bis heute in Otocec stattfanden – beide schieden dort jedoch schon frühzeitig aus.



Der Portugiese Apolonia wechselte 2013 zum FCS, sein neuer Verein steht noch nicht fest. Nun zieht es ihn nach der Saison erst einmal nach Japan (Liga) und Indien (Turnierserie). Umso schöner wäre es, am Sonntag noch einmal einen letzten Heimsieg in dieser Team-Konstellation einzufahren. Gegen Düsseldorf sieht Apolonia die Chancen gar nicht mal so schlecht. „Es ist alles möglich. Wir haben eine sehr gute Saison gespielt, bis jetzt. Wir werden alles probieren und kämpfen“, erklärt der 31-jährige, der noch einmal auf „eine volle Halle“ hofft.

Am letzten regulären Bundesliga-Spieltag am Gründonnerstag machte das Team um „Bobo“ Grujic beim Tabellenzweiten TTC Fulda-Maberzell allerdings alles andere als eine gute Figur. Nach der 0:3-Niederlage rutschte Saarbrücken vom dritten auf den vierten Platz ab und verpasste so die schlechtere Ausgangsposition für die Playoffs.

„Düsseldorf ist immer ein schwieriger Gegner, besonders wenn Timo Boll spielt. Er ist bei solchen Spielen immer in Topform und top fokussiert. Und dann ist es sehr schwer, ihn zu schlagen“, erklärt Grujic und ergänzt: „Zuhause haben wir gegen Düsseldorf immer sehr gut gespielt und es in dieser Saison zwei Mal geschafft, gegen sie zu gewinnen. Wir werden auch jetzt alles versuchen und unsere Chancen nutzen.“

Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut, alle sind fokussiert auf die letzten Spiele und in guter Form. Ein bisschen Wehmut im Hinblick auf Sonntag kommt bei dem ein oder anderen dennoch auf. Viele Spiele in dieser Konstellation wird es nicht mehr geben. Das Rückspiel findet am 15. April (15 Uhr) in Düsseldorf statt. Sollten beide Mannschaften jeweils einen Sieg einfahren, fällt die Entscheidung in einem dritten Spiel am 22. April (15 Uhr) in Düsseldorf. Das Finale wird an einem neutralen Ort gespielt. Der Verband hat Frankfurt gewählt (Samstag, 26. Mai, 13 Uhr).

„Natürlich ist es traurig. Wir haben uns immer gut verstanden und auch neben dem Tisch viel gemeinsam gemacht. Aber so ist eben das Geschäft, in dem wir arbeiten“, erklärt FCS-Spieler Patrick Franziska, der sich unter der Woche von Platz 30 auf 24 der Weltrangliste verbessert hat – die beste Platzierung seiner bisherigen Karriere. Lohn dafür ist auch, dass ihn Bundestrainer Jörg Roßkopf ins fünfköpfige Aufgebot für die Team-WM vom 29. April bis 6. Mai im schwedischen Halmstad berufen hat. Und dort könnte es in der Vorrunde gegen Slowenien ein Wiedersehen mit Tokic geben.