1. Sport
  2. Saar-Sport

Abruptes Ende der Ära Masica

Abruptes Ende der Ära Masica

St. Ingbert. Dass Trainer Peter Masica den Handball-Oberligisten SGH St. Ingbert am Ende der Saison verlassen würde, war schon länger klar. Mit Thomas Bonerz steht auch der Nachfolger schon länger fest. Seit Dienstag ist die "Ehe" der SGH mit dem Slowaken nun doch schon vier Spieltage vor dem Ende der Runde geschieden - fristlos

St. Ingbert. Dass Trainer Peter Masica den Handball-Oberligisten SGH St. Ingbert am Ende der Saison verlassen würde, war schon länger klar. Mit Thomas Bonerz steht auch der Nachfolger schon länger fest. Seit Dienstag ist die "Ehe" der SGH mit dem Slowaken nun doch schon vier Spieltage vor dem Ende der Runde geschieden - fristlos. Diese Entscheidung des Vorstandes hatte Abteilungsleiter Klaus Weiland Masica und der Mannschaft zu überbringen. Als Grund für den Rausschmiss führte der Handball-Chef auch gegenüber der Saarbrücker Zeitung an, der Vorstand habe den Eindruck gewonnen, "dass Peter Masica zuletzt nicht mehr im Sinne des Vereins agiert hat". Bis zum Ende der Saison wird zunächst der "alte Fuhrmann" Bernd Kopp zusammen mit Peter Jancik das Training leiten.

Der Verein hoffe, dass mit diesem "Befreiungsschlag endlich wieder Ruhe einkehrt", so Klaus Weiland. Mit der war es eigentlich schon seit letzten Herbst vorbei, als Masica mit Mike White, Daniel Hooß und Sebastian Marx drei "Hasseler Buwe" aus der ersten Mannschaft verbannt hatte. Das hatte ihm massive Kritik eingebracht. Doch Masica steht auch heute noch hinter dieser Entscheidung. "Weil ich sie aus rein sportlichen Gesichtspunkten getroffen habe", wie er gestern zum wiederholten Mal betonte.

Abteilungsleiter Weiland hat an der fachlichen Kompetenz und dem Trainingsbetrieb Masicas "überhaupt nichts auszusetzen". Wirft seinem Ex-Trainer massiv aber auch Dinge aus der jüngsten Vergangenheit vor, "die uns keine andere Möglichkeit ließen." So sollen am Samstagabend beim Auswärtsspiel in Saulheim Spielervermittler anwesend gewesen sein. Darunter pikanterweise auch Vertreter der HSG Alzey, die gezielt SGH-Spieler umworben hätten. Ausgerechnet beim Rheinhessen-Ligisten soll Masica inzwischen angeheuert haben. Dass er mit Alzey verhandele, gibt der Slowake zu. "Aber klar ist noch gar nichts, ich habe Kontakt zu insgesamt drei Vereinen", erklärte er gestern gegenüber der SZ. Weiterer Vorwurf von Weiland in Richtung Masica: "Er hat zu sehr Einfluss genommen auf seine slowakischen Landsleute im Team." Zumindest das Thema Roman Kraus, der mit Masicas Tochter liiert ist, ist inzwischen erledigt. Kraus wird nicht mehr für St. Ingbert spielen. Mit Peter Jancik und Jakub Balaz rechnen die Hasseler jedoch nach wie vor. Vor allem in Sachen Balaz bleibt Klaus Weiland hart: "Er hat bei uns einen Vertrag, ihm liegt ein Kompromiss-Vorschlag auf dem Tisch, nimmt er den nicht an, werden wir ihn auch dann nicht freigeben, wenn er nicht mehr für uns spielen will."

Peter Masica wird die Entwicklung nur noch aus der Ferne beobachten können. Er legt jedoch "größten Wert" auf die Feststellung, "dass ich keine schmutzige Wäsche waschen will." Gibt jedoch zu, "dass ich in der Ehre gekränkt bin, weil die Vorwürfe, die man gegen mich erhebt, nicht stimmen. Ich habe immer versucht, alles für den Verein zu geben und ich wünsche ihm auch für die Zukunft nur das Beste". Traurig sei er jedoch darüber, "dass Klaus Weiland, mit dem ich immer gut zusammengearbeitet habe, bei der SGH ein bisschen auch für die Erledigung der Drecksarbeit missbraucht wird".

Thomas Bonerz soll sich, so Klaus Weiland, nun in aller Ruhe darauf konzentrieren, "für die nächste Saison eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen." Mit dem 19-jährigen Oliver Küch vom TSV Eisenach und Patrick Garatoni, zuletzt in Diensten der HSG Völklingen in der Saarlandliga, stehen bereits zwei Neuverpflichtungen fest.