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Abraham packt wieder den Hammer aus

Abraham packt wieder den Hammer aus

Arthur Abraham ist wieder zurück. Der 36-Jährige meldete sich mit einem klaren Sieg gegen Tom Robin Lihaug zurück. Sein designierter Nachfolger Zeuge lieferte Giovanni de Carolis einen beherzten Kampf, verpasste es aber, jüngster deutscher Weltmeister der Geschichte zu werden.

Arthur Abraham ist drei Monate nach seiner WM-Pleite wieder zurück und konnte sich der Wachablösung im eigenen Boxstall durch Tyron Zeuge vorerst entziehen. Der entthronte Champion im Supermittelgewicht gewann Samstagnacht in Berlin den Kampf um den internationalen Meistertitel der WBO gegen den Norweger Tim Robin Lihaug durch technischen K.o. in der achten Runde.

Kurze Zeit später ging sein Stallgefährte Zeuge im WM-Kampf um den WBA-Gürtel in der gleichen Gewichtsklasse leer aus. Zeuge trennte sich von Giovanni de Carolis remis, wodurch der Titelverteidiger aus Italien Champion bleibt. Zeuge verpasste es somit, jüngster deutscher Weltmeister der Box-Geschichte zu werden. Und Abraham ist zumindest für die nächsten Monate weiterhin das Zugpferd im Sauerland-Stall.

"Das war ein wichtiger Schritt wieder zu einer WM", sagte Promoter Kalle Sauerland über Abrahams Leistung. Allerdings war der Norweger Lihaug nicht der Prüfstein, um Abrahams Standort nach dem desaströsen Auftritt im April in Las Vegas exakt zu bestimmen. Damals hatte der 36-jährige seinen WM-Titel sang- und klanglos an den Mexikaner Gilberto Ramirez verloren. Trainer Ulli Wegner war darüber so in Rage, dass er seinem Schützling kurzzeitig die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte. "Wenn er auf seinen Trainer hört, hat Arthur einiges Potenzial", meinte der 74-jährige Wegner jetzt.

Abraham hatte seinen gefürchteten Hammer wieder ausgepackt und den knapp 13 Jahre jüngeren Norweger mit Schlagserien eingedeckt. "Das war ein gelungenes Comeback", meinte Sauerland, kritisierte allerdings: "Die ersten drei Runden war Arthur noch in Las Vegas." In dieser Phase verfiel der gebürtige Armenier erneut in seinen phlegmatischen Stil. "Das kann ja wohl nicht wahr sein! Worauf wartest du denn? Hau endlich rein", schrie Wegner in den Ring.

Zeuge an der Schulter verletzt

Abrahams designierter Nachfolger Zeuge hatte gegen den robusten und konditionsstarken de Carolis Schwerstarbeit zu verrichten. Mitte des Kampfes hatte sich der 24-jährige Deutsche eine Verletzung an der linken Schulter zugezogen und konnte den Arm nur noch sparsam einsetzen. "Es tat weh, ich konnte mich nicht mehr richtig bewegen", berichtete er. Beide Boxer waren in dem intensiven Gefecht am Ende völlig erschöpft. "Das war ein Wahnsinnskampf", befand Manager Wilfried Sauerland. "Tyron ist der Mann der Zukunft."

Das Ergebnis 114:114, 114:114 und einmal 115:114 für Zeuge ist nach dem Boxreglement ein Unentschieden, weil die Mehrheit der Punktrichter (Majority Decision) den Ausschlag für das Endresultat geben. Viele sahen de Carolis als Sieger wegen der höheren Trefferzahl, für andere war Zeuge der Gewinner. Zeuges neuer Trainer Jürgen Brähmer, selbst Weltmeister , sah seinen Schützling vorn. "Es ärgert mich, dass so gewertet wurde", meinte der Schweriner, der den früher disziplinlosen Zeuge umgekrempelt hat.

 Arthur Abraham (rechts) deckte den Norweger Tim Robin Lihaug reichlich mit Schlagserien ein. Foto: stache/dpa
Arthur Abraham (rechts) deckte den Norweger Tim Robin Lihaug reichlich mit Schlagserien ein. Foto: stache/dpa Foto: stache/dpa

Der Sauerland-Stall kündigte für November einen Rückkampf an. "Ich habe mich extrem verbessert. Nächstes Mal werde ich noch stärker sein", versprach Zeuge. Eigentlich würde sich Abraham gern de Carolis schnappen, sein Boxstall will aber lieber einen Rückkampf gegen Ramirez. "Egal wer, ich will so schnell wie möglich wieder Weltmeister werden", sagte Abraham. Von Kämpfen ohne WM-Gürtel hält er nichts. Abraham: "Das ist nicht meine Klasse, mein Niveau."