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Abgenutzt und ausgetauscht

Abgenutzt und ausgetauscht

Merzig. Die Handballfreunde Untere Saar und Berthold Kreuser gehen getrennte Wege. Nach einem Treffen mit den Spielern gab der Vorstand des Regionalliga-Abstiegskandidaten bekannt, dass der auslaufende Vertrag mit dem Trainer nicht verlängert wird (die SZ berichtete). "Kreusers Qualifikation ist unumstritten. Die prekäre Tabellenlage ist auch kein Grund für die Trennung

Merzig. Die Handballfreunde Untere Saar und Berthold Kreuser gehen getrennte Wege. Nach einem Treffen mit den Spielern gab der Vorstand des Regionalliga-Abstiegskandidaten bekannt, dass der auslaufende Vertrag mit dem Trainer nicht verlängert wird (die SZ berichtete).

"Kreusers Qualifikation ist unumstritten. Die prekäre Tabellenlage ist auch kein Grund für die Trennung. Im Handball ist es normal, wenn beide Seiten nach fünf gemeinsamen Jahren etwas Neues versuchen wollen", erklärt Horst Jung den Schritt. Abnutzungserscheinungen im Trainer-Spieler-Verhältnis seien zuletzt erkennbar gewesen, gibt der Vorsitzende des Trägervereins HSV Merzig-Hilbringen zu. Dies bestätigt auch Kreuser: "Wir haben fünf Jahre nur am Limit gespielt. Es gab keine Saison, wo wir uns einen Mittelfeldplatz leisten wollten oder konnten. Zuerst ging es um den Aufstieg. In der Regionalliga angekommen sofort um den Klassenverbleib. Es war immer Druck da. Klar, dass dieser Druck irgendwann mal zu viel wird, egal für welche Seite."

Kurios: Vor dem letzten Heimspiel hatte sich die Vereinsführung schon für eine weitere Zusammenarbeit mit Kreuser ausgesprochen. Im schwachen Match gegen Hochdorf (26:30) und auf der anschließenden Pressekonferenz müssen dann aber Spannungen zwischen Spielern und Trainer aufgetreten sein, die alle Parteien nachdenklich machten. "Deshalb wollten wir vor der Bekanntgabe der Weiterverpflichtung noch mal mit dem Team reden", erzählt Horst Jung. In diesem Gespräch sei der Begriff Abnutzungserscheinung gefallen. Am Ende waren sich Spieler, Vorstand und Trainer einig, dass eine Trennung für alle das Beste sei. "Ich hatte eine wahnsinnig schöne Zeit hier. Du bist als Trainer aber nur ein Freund auf Zeit. Und jetzt ist die Zeit gekommen, Adieu zu sagen", sagt Kreuser, der mit den Wölfen in den restlichen Spielen noch möglichst viele Punkte holen will. ros