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A-Jugend des 1. FC Saarbrücken winkt Aufstieg in Bundesliga

Kostenpflichtiger Inhalt: Saisonabbruch rückt näher : Der Saarbrücker U19 winkt die Bundesliga

Die Saison im saarländischen Jugendfußball wird wohl abgebrochen. Davon profitiert der 1. FC Saarbrücken mit der A-Jugend besonders.

Aus, aus, das Spiel ist aus – auch die bislang nur unterbrochene Saison im saarländischen Jugendfußball soll abgebrochen werden. „Nach den Meinungsumfragen und Videokonferenzen mit den Vereinen sowohl auf Landesverbands- wie auch auf Regionalverbands-Ebene hat sich herausgestellt, dass in allen Verbänden eine große Mehrheit der Vereine die Beendigung der Saison 2019/2020 wünscht“, erklärt Rainer Bommer, der Verbandsjugendleiter des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV). Das gelte so auch für den Jugendbereich – und darum bereiten die jeweiligen Jugendausschüsse Anträge vor, die auf den Verbandstagen auf DFB-Ebene (25. Mai 2020), Regionalverbands-Ebene (Termin Anfang Juni) und Landesverbandsebene (im SFV am 9. Juni) verbindlich entschieden werden sollen.

„Der Verbandsjugendausschuss des SFV berät am kommenden Montag“, sagt Bommer, der ein mit dem DFB und den anderen Landesverbänden im Südwesten weitestgehend abgestimmtes Vorschlagspapier erarbeitet hat. Die Vorschläge sehen im Groben so aus: Für die G- bis D-Jugendmannschaften im Saarland endet die Runde ohne Meistertitel. Gleiches gilt grundsätzlich auch für die C- bis A-Jugendteams. Allerdings sollen hier Aufsteiger in die jeweiligen Regionalligen ermittelt werden – ob über die Quotientenregelung der aktuellen Tabellen oder nach der Vorrundentabelle steht nicht fest. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass es nur eine einzige Klasse gibt, wo Quotienten- und Halbjahrestabelle sich unterscheiden“, sagt Bommer: „Letztlich suchen wir eine Lösung, bei der die wenigsten Vereine Nachteile haben werden.“

Absteiger soll es darum weder regional noch überregional geben. Es sei denn, die Vereine wollen lieber eine Liga tiefer weiterspielen. Davon profitiert beispielsweise die JFG Saarlouis, die in allen drei Jugend-Regionalligen vertreten ist, deren Mannschaften aber aktuell auf Abstiegsplätzen stehen. „Mit der A- und B-Jugend werden wir voraussichtlich in der Klasse bleiben. Bei der C-Jugend müssen wir noch mal genau hinschauen“, sagt der JFG-Vorsitzende Alfred Schleich: „Es ist derzeit auch schwierig, mit Spielern in Kontakt zu kommen, um dann auch neue Mannschaften zu formen. Grundsätzlich halte ich die Lösung mit Aufsteigern und ohne Absteiger im gesamten Fußball für die Beste.“

Zu den „Gewinnern“ gehört auch der Tabellenführer der U19-Regionalliga, der 1. FC Saarbrücken. Der steigt – nach den vorliegenden Plänen – ohne Relegationsspiele in die auf bis zu 18 Clubs aufgestockte A-Junioren-Bundesliga auf. „Auf dieses Ziel haben wir drei Jahre hingearbeitet. Wir hätten es gerne auf dem Platz gefeiert, aber würden es jetzt auch so annehmen“, sagt FCS-Jugendleiter Nico Weißmann: „Es ist ein Meilenstein für die Arbeit in unserem Nachwuchsleistungszentrum.“ Zuletzt war der FCS in der Saison 2015/2016 mit der U19 in der Bundesliga vertreten.

Die A-Jugend ist übrigens die einzige Alterklasse, in der man die Fortsetzung des Saarlandpokalwettwerbs diskutiert. Denn hier nimmt der Sieger 2020 an der DFB-Pokalrunde 2020/2021 teil. „Wir streben im Dialog mit den acht verbliebenen Vereinen eine Lösung analog wie bei den Herren an. Also eine Fortsetzung nach dem 30. August“, sagt Bommer. Da bei Jugendmannschaften allerdings neben möglichen Vereins- auch Jahrgangswechsel zu bedenken sind, will er das Vorgehen mit den Clubs abstimmen.

Die jüngsten Lockerungen der Verordnungen und die Möglichkeiten des Kleingruppentrainings lassen keinen Rückschluss darauf zu, wann man auch im Jugendfußball zum „normalen“ Spiel- und Trainingsbetrieb zurückkehren kann. „Solange die Schulen nicht den Betrieb wieder aufnehmen, müssen wir als Sport ganz genau überlegen, wann wir wieder anfangen“, sagt Bommer: „Es prallen da verschiedene Meinungen aufeinander. Es ist eine schwierige Zeit.“

DFB-Pokalhalbfinalist 1. FC Saarbrücken hat am Donnerstag das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Am Mittwoch bekam der FCS die Bescheinigung dazu von OB Uwe Conradt.