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50 Kilo Sprengstoff und SchneeFis-Präsident Kasper optimistisch für Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch

50 Kilo Sprengstoff und SchneeFis-Präsident Kasper optimistisch für Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch

Val d'Isère. Maria Riesch muss es diesmal nicht alleine richten. Und Doppel-Weltmeisterin Lindsey Vonn (USA) muss ihr nächstes Medaillen-Projekt streichen. Nachdem der Mannschafts-Wettbewerb gestern bei der Ski-Weltmeisterschaft im französischen Val d'Isère wegen eines Sturmes mit orkanartigen Böen gestrichen werden musste, blies auch die 24 Jahre alte Amerikanerin ihren nächsten Start ab

Val d'Isère. Maria Riesch muss es diesmal nicht alleine richten. Und Doppel-Weltmeisterin Lindsey Vonn (USA) muss ihr nächstes Medaillen-Projekt streichen. Nachdem der Mannschafts-Wettbewerb gestern bei der Ski-Weltmeisterschaft im französischen Val d'Isère wegen eines Sturmes mit orkanartigen Böen gestrichen werden musste, blies auch die 24 Jahre alte Amerikanerin ihren nächsten Start ab. Wegen ihrer an einer Champagner-Flasche erlittenen Daumen-Verletzung und anschließender Operation kann Vonn beim Riesenslalom heute (10 Uhr und 13.30 Uhr im ZDF und Eurosport) nicht starten und muss auch um einen Slalom-Einsatz an diesem Samstag bangen.

Im Slalom will Vonns gute Freundin Maria Riesch endlich ihre ersehnte Medaille einfahren. Im Riesentorlauf sieht die 24-Jährige für ihre Mannschafts-Gefährtinnen Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg bessere Chancen. "Katy und Vicky sind sicher im Riesenslalom für ganz vordere Plätze gut", sagte Riesch. Auch der Deutsche Skiverband setzt beim Riesenslalom vor allem auf die Fähigkeiten der zweimaligen Weltcup-Podestfahrerin Hölzl und auf die der Super-G-Junioren-Weltmeisterin Rebensburg. Gut fahren können die beiden Riesentorlauf-Spezialistinnen ohne Zweifel. Umgesetzt haben sie es in diesem Winter zu selten. In sechs Rennen schied Rebensburg vier Mal aus. 8, 23, 11, 3 und 28 lauten die Weltcup-Platzierungen bei Hölzl, die sich auch eine Nullnummer leistete. "Eine Riesenslalom-Medaille ist schon eine Weile her, das wäre ganz toll", hofft Riesch.

Nach den geplatzten Medaillen-Hoffnungen in Super-G, Super-Kombination und Abfahrt bedauerte Riesch die Absage des Mannschafts-Wettbewerbs. "Das ist schade, aber es ist vom Wetter schon brutal", sagte die Partenkirchenerin, die mit der deutschen Mannschaft im komplett gestrichenen Wettbewerb Mini-Möglichkeiten auf eine Medaille gehabt hätte. An ein Skirennen war gestern aber nicht zu denken. Stattdessen war in den frühen Morgenstunden allerorten der Lärm von Lawinensprengungen zu hören. Mit insgesamt 50 Kilogramm Sprengstoff wurde den Schneemassen zu Leibe gerückt. Der Deutsche Felix Neureuther wurde somit nicht nur um seinen ersten Start bei den Titelkämpfen gebracht, sondern auch um eine erste Fahrt auf der "Face de Bellevarde", wo er an diesem Sonntag zum WM-Abschluss um eine Medaille im Slalom kämpfen möchte. Die nächste Chance zum Hang-Test bietet sich morgen beim Riesenslalom. Dazu muss sich der 24-Jährige heute nicht wie befürchtet durch die Qualifikation gegen Exoten aus Ghana, Indien oder Nepal quälen. Grund: Mehrere vor ihm in der Weltrangliste rangierende Fahrer haben überraschend nicht gemeldet. So rutschte Neureuther in das Feld der besten 50 und kann sich die Strapazen einer Qualifikation sparen.

Val d'Isère. Der Internationale Skiverband Fis hat hohe Erwartungen für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in zwei Jahren in Garmisch-Partenkirchen und hält große Stücke auf die Kandidatur Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. "Ich erwarte sehr viel von der WM in Garmisch, wir sind sehr optimistisch", sagte Fis-Präsident Gian Franco Kasper am Rande der Weltmeisterschaft im französischen Val d'Isère: "Ich glaube, dass Garmisch die richtigen Leute hat und dass die deutsche Perfektion sich durchsetzen wird." Die Münchner Olympia-Bewerbung bezeichnete er als "hervorragend" und bescheinigte ihr "eine gute Ausgangslage".

Als hilfreiches Signal könnten sich mit Blick auf die ambitionierten Pläne des Deutschen Skiverbandes (DSV) auch Medaillen-Gewinne deutscher Athleten erweisen, die seit 2001 bei Weltmeisterschaften ohne Einzel-Edelmetall sind. "Das wäre natürlich gut", sagte Kasper: "Nicht nur für die WM 2011 in Garmisch, sondern generell für den Skisport. Denn Deutschland ist der Marktführer im Skisport."

Nachdem die Vorbereitungen für die Titelkämpfe in Val d'Isère etwa zweieinhalb Jahre vor Beginn von einer Führungskrise des Organisationskomitees sowie von Verzögerungen beim Bau des Pressezentrums überschattet worden waren, lobte Kasper die Planungsdisziplin der kommenden WM-Gastgeber. "Soweit ich es von allen Seiten höre, sind die Vorbereitungen gut gelaufen, fast alle notwendigen Bauten sind soweit. Die Tests haben gezeigt, dass die Pisten sehr anspruchsvoll sind", sagte der Fis-Präsident. dpa "Katy und Vicky sind im Riesenslalom für vordere Plätze gut"

Maria Riesch über

ihre Team-Kolleginnen