| 20:31 Uhr

Heimniederlage gegen Pforzheim
Fehlstart führt zur dritten Pleite in Folge

Kaum ein Durchkommen: Ivan Kucharik (am Ball) konnte das Spiel der HG Saarlouis gegen Pforzheim nur selten in die Hand nehmen.
Kaum ein Durchkommen: Ivan Kucharik (am Ball) konnte das Spiel der HG Saarlouis gegen Pforzheim nur selten in die Hand nehmen. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Handball-Drittligist HG Saarlouis unterliegt der TGS Pforzheim zuhause mit 24:27. Von David Benedyczuk

Für kurze Zeit stellt sie sich am Samstag plötzlich doch noch ein: Jene hochemotionale Atmosphäre in der Stadtgartenhalle, die Handball-Drittligist HG Saarlouis in dieser Saison schon mehrfach förmlich zum Sieg getragen hat. Maximilian Hartz, Julian Kreis und Niclas Louis erzielen im Heimspiel gegen die TGS Pforzheim drei Tore in Folge für die Hausherren – Gäste-Trainer Andrej Klimovets nimmt eine Auszeit. Der gebürtige Weißrusse, der 2007 mit der deutschen Mannschaft Weltmeister im eigenen Land wurde, unterbindet damit 13 Minuten vor Ende den kleinen Saarlouiser Lauf zum 17:22. Am Ende ist nur noch die kleine Pforzheimer Fankolonie zu hören: „Hier regiert die TGS“, schallt es nach der Saarlouiser 24:27 (9:15)-Niederlage über das Parkett. Während die Gäste mit dem fünften Sieg in Serie auf Rang drei springen, rutscht die HG nach der dritten Niederlage am Stück mit 14:14 Punkten auf Rang zehn.


„Das Positive ist, dass wir nicht aufgegeben haben“, lobte HG-Trainer Philipp Kessler hinterher die Moral seines personell gebeutelten Teams. Neben Philipp Leist, Toms Lielais (beide verletzt) und Pascal Noll (Sperre) fehlte ihm auch Lars Walz, der einen Hexenschuss erlitt.

Mit Quentin Abadie und Hartz saßen dazu zwei angeschlagene Akteure auf der Bank. Die Ausfälle konnte Saarlouis vor 925 Zuschauern gerade zu Anfang nicht kompensieren. Ungenauigkeiten und fehlende Abstimmung prägten nach dem Siebenmeter zum 1:0 durch Kapitän Peter Walz das Offensivspiel. „Wir hatten zu schnelle Abschlüsse, haben die Angriffe nicht sauber ausgespielt. Dadurch kommt Pforzheim im Gegenstoß zu einfachen Toren – 1:4, 2:8, diesem Rückstand laufen wir hinterher“, monierte Kessler.



Erst nach neun Minuten glückte Josip Grbavac das zweite Tor zum 2:6 (10.). Gerade Ivan Kucharik und er sollten das HG-Spiel in die Hand nehmen, was aber selten gelang. „An der Abstimmung zwischen Josip und Ivo müssen wir arbeiten“, räumte Kessler ein. Saarlouis scheiterte zudem immer wieder an Pforzheims glänzendem Torwart Jonathan Binder, der in Hälfte eins unter anderem zwei Walz-Siebenmeter und einen von Abadie entschärfte. Mit der Einwechslung von Trainer Kessler bekam die HG defensiv besser Zugriff (16.), die Gäste hielten aber ihren Vorsprung und ließen sich auch nicht von der Roten Karte für Davor Sruk (22.) nach Foul an Kucharik beirren.

In Hälfte zwei enteilte Pforzheim angeführt vom zehn Mal erfolgreichen Rechtsaußen Marco Kikillus auf 21:12 (40.), ehe sich die Gastgeber nochmal aufbäumten. Allen voran Max Hartz, der mit acht Toren bester Werfer war und nach seiner Oberschenkelblessur, die ihn länger als erwartet ausgebremst hatte, zu den Lichtblicken zählte. Hartz glaubt an die Trendwende: „Wir haben trotzdem im Training bestmöglich gearbeitet und in den Spielen bis auf Willstätt immer Moral bewiesen. Wenn wir das beibehalten, kommen auch wieder bessere Zeiten“, ist er überzeugt. Am kommenden Sonntag wird das aber schwer: Dann gastiert die HG um 17 Uhr beim zuletzt elf Mal in Folge siegreichen Spitzenreiter und Titelfavoriten HSG Konstanz.