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Temperaturen um den Gefrierpunkt
Richtige Läufer ziehen das eiskalt durch

Das war der Zwei-Seen-Lauf im St. Wendeler Land FOTO: Bonenberger & Klos
Otzenhausen. Der Zwei-Seen-Panorama-Erlebnislauf am Sonntag litt unter der Kälte. 555 Starter machten sich aber dennoch auf den Weg. Von Frank Faber

Die kühlen Temperaturen haben am Sonntagmorgen beim 22. Zwei-Seen-Panoramalauf für weniger Teilnehmer gesorgt. Fröstelnde 0,7 Grad zeigte das Thermometer am Bostalsee kurz vor dem Start an – und 555 Teilnehmer (674 im Vorjahr) zählten die Veranstalter. „Für diese Wetterbedingungen ist das noch in Ordnung“, meinte Markus Hoffmann vom Organisationsteam des VfR Otzenhausen, während sich die Läufer dick vermummt auf den Weg machten.


Ein besonderes Flair des Laufes ist, dass die Breitensportler mit Bussen von Otzenhausen zum Startpunkt an den Bostalsee chauffiert werden. Dort angekommen wurde ihnen vor dem individuellen Aufwärmprogramm noch ein heißer Tee serviert.

„Wir haben die unterschiedlichsten Teilnehmer. Einige nutzen den Lauf als Vorbereitungstraining für einen Marathonlauf, andere, weil sie einfach Spaß am Laufen haben“, sagte Hoffmann. Um 9.35 Uhr wurde die Strecke für die lange Läuferschlange freigegeben. Am See starteten die Teilnehmer über die Distanz von 32 Kilometern oder die mittlere Schleife über 18 Kilometer. Ein zweiter Start über die kurze Zwölf-Kilometer-Runde erfolgte 30 Minuten später in Otzenhausen.



Eigentlich geht es bei dem Lauf nicht um die Zeit, sondern eher um das Erlebnis und die schönen Aussichten auf die Landschaft. Die war am Sonntag oftmals in einen Nebelschleier gehüllt, bot aber dennoch malerische Bilder. Marc Wallrich (LSG Schmelz-Hüttersdorf) und Tobias Linn (LLG Wustweiler) drückten schon am Seeufer auf die Tube. „Trotz der Handschuhe hatte ich eiskalte Finger“, berichtete Linn später im Ziel. Bis nach Otzenhausen lief das Duo Seite an Seite, dann bog Linn in Richtung Stausee Nonnweiler ab – und Wallrich lief solo ins Ziel zur Hunnenringhalle.

„Ich bin noch nie mehr als 30 Kilometer gelaufen“, sagte Halbmarathon-Mann Wallrich nach den zurückgelegten 18 Kilometern, die er sichtlich genoss. „Ich bin einfach ohne Uhr gelaufen. Das tut gut.“

Unterwegs hatten die Veranstalter, der VfR und die Gemeinde Nonnweiler, fünf Versorgungspunkte eingerichtet. Erstmals wurde Leitungswasser aus Fässern als Erfrischung ausgeschenkt. „Wir haben sonst immer einen Berg von Plastikflaschen entsorgen müssen, den Müll haben wir dadurch reduziert“, erläuterte Hoffmann. Auch im Zielbereich stellten die Organisatoren auf die umweltschonende Benutzung von Mietbechern um. „Die werden hinterher von einer Firma wieder abgeholt“, teilte Hoffmann mit.

Linn kam dann nach 2:09 Stunden als Erster von der 34-Kilometertour zurück. „Es war kalt“, begründete er seine Eile und fand: „Die Strecke ist nicht ohne.“ Unterwegs geht es von Eckelhausen auf den Peterberg hoch – und auf dem Weg nach Otzenhausen ist das Profil auch nicht gerade tellereben.

Langsam wurde es dann kuschelig im Hof der Hunnenringhalle, Läufer aller drei Strecken trafen ein. Die sehbehinderte Marpinger Para-Biathletin Johanna Recktenwald hatte – begleitend von Anja und Franz-Josef Warschburger (alle LTF Marpingen) – die 18 Kilometer in 1:56 Stunden abgespult. Sue, eine zweijährige Mischlingshündin, schien nach der gleichen Distanz noch nicht genug zu haben. „Wir laufen jeden Sonntag eine große Strecke. Sue packt auch 30 Kilometer“, sagte Herrchen Patrick Loth aus Kastel. Nach den Strapazen bestand für die Sportler noch die Möglichkeit, die Füße hochzulegen. Zwei Masseure kümmerten sich in der Hunnenringhalle um die Regeneration der beanspruchten Muskulatur.

Eine Bildergalerie zum Lauf gibt es im Internet unter https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/stwendel/nohfelden/zwei-seen-lauf-im-landkreis-st-wendel_aid-38097971

 Dick vermummt machen sich die Läufer bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt am Bostalsee auf die Strecke.
Dick vermummt machen sich die Läufer bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt am Bostalsee auf die Strecke. FOTO: Bonenberger & Klos
  Nora Biever (links) und Carla Jungbluth hatten trotz der Kälte ihren Spaß.
Nora Biever (links) und Carla Jungbluth hatten trotz der Kälte ihren Spaß. FOTO: Bonenberger & Klos
Das war der Zwei-Seen-Lauf im St. Wendeler Land FOTO: Bonenberger & Klos