2:1 für den 1. FC Saarbrücken gegen Ulm, Gillian Jurcher mit Siegtor

Regionalliga Südwest : Glücksgefühle bei Quirin, Stille bei Jurcher

Der 1. FC Saarbrücken dreht einen 0:1-Rückstand gegen den SSV Ulm noch in einen 2:1-Sieg und ist wieder Zweiter der Regionalliga Südwest.

Nach den Enttäuschungen im März und April, als Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken zunächst den Aufstieg verspielte und danach mit eher durchwachsenen Leistungen viele Fans verärgerte, sind die Blau-Schwarzen jetzt positiv in den Mai gestartet. Dem Einzug ins Finale des Saarlandpokals (am 25. Mai gegen die SV Elversberg) vergangenen Dienstag folgte am Samstag die Rückkehr auf Platz zwei der Liga nach einem 2:1 (0:1)-Erfolg über den SSV Ulm. „So unglücklich wir in Rückstand geraten sind, so glücklich gewinnen wir hintenraus“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner nach der Begegnung vor gerade mal noch 1532 Besuchern im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion.

Das 0:1 durch Albano Gashi (43. Minute) war so überraschend wie sehenswert. Aus fast 30 Metern. Fast aus dem Stand. Genau in den Winkel. FCS-Torwart Daniel Batz, der zuvor mit glänzenden Paraden gegen Gashi (4.), Ardian Morina (32.) und Florian Krebs (33.) einen früheren Rückstand verhinderte, war bei diesem Schuss machtlos. Auch wenn Fabian Eisele zuvor knapp am Gäste-Tor vorbeischoss (43.) und Sturmpartner Sebastian Jacob freistehend vor Torwart David Hundertmark den Ball nicht unter Kontrolle brachte (31.), war die Führung der Ulmer zur Pause nicht unverdient. „Wir hätten früher das Tor machen müssen“, ärgerte sich Gästetrainer Holger Bachthaler ob der vergebenen Chancen: „Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Es hat nicht viel gefehlt zu einer Spitzenmannschaft wie dem FCS.“

Nach dem Wechsel war der FCS präsenter. Fanol Perdedaj (46.) köpfte knapp über das Tor, ein Solo von Tobias Jänicke endete erst bei Hundertmark (51.). Dann öffnete Eisele das Spiel, und Perdedaj glich zum 1:1 aus (53.). Das Spiel war nun durchaus ansehnlich, und der FCS erarbeitete sich die besseren Möglichkeiten. Einen Schuss von Kapitän Manuel Zeitz kratzte Gashi von der Linie (68.), den Kopfball des eingewechselten Gillian Jurcher am Ende der schönsten Kombination der Partie hielt Hundertmark fest (81.).

Der von Lottner angesprochene Glücksmoment ließ bis zur Schlussminute auf sich warten. Jurcher zog aus 28 Metern ab, der Ball ging links unten ins Eck zum 2:1-Siegtreffer. Doch von großer Freude war beim Torschützen nichts zu sehen. Kein Jubel. Kein Lächeln. Auch nach dem Abpfiff verschwand Jurcher wortlos in der Kabine. Der Wirbel um seine Person und seinen Berater, der ihn angeblich bei anderen Vereinen angeboten haben soll, hat Spuren hinterlassen.

Ein Saarbrücker Eigengewächs strahlte dagegen über das ganze Gesicht: Lukas Quirin hatte endlich seinen ersten Regionalliga-Einsatz von Beginn an. „Es war einfach nur ein geiles Gefühl, mit einlaufen zu dürfen“, sagte der 19-Jährige nach seinem durchaus gelungenen Startelfdebüt, „ich bin froh, dass ich meine Chance bekommen habe. Ich habe alles dafür getan in den letzten Wochen.“ Darum bekam er ein Extra-Lob vom Übungsleiter. „Ich war sehr zufrieden. Lukas war spritzig, laufstark, auch in den Zweikämpfen präsent“, sagte Lottner, „er hatte die Leichtfüßigkeit, die uns in den letzten Wochen so etwas gefehlt hat.“ Drei Auftritte hat der FCS noch in dieser Spielzeit: Am Sonntag bei der TSG Hoffenheim II, danach gegen Hessen Dreieich und schließlich das Pokalendspiel gegen die SV Elversberg am 25. Mai. Die Anstoßzeit wird am Dienstag bekanntgegeben.

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