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19 Argumente für eine Legende

19 Argumente für eine Legende

London. Wer 18 olympische Medaillen gewonnen hat, der gehört für immer und ewig zur olympischen Familie. Und so saß Larissa Latynina auf der Tribüne des Aquatics Centre im Logen-Bereich und schaute zu, wie da unten im Becken Michael Phelps den Rekord der russischen Kunstturnerin brach

London. Wer 18 olympische Medaillen gewonnen hat, der gehört für immer und ewig zur olympischen Familie. Und so saß Larissa Latynina auf der Tribüne des Aquatics Centre im Logen-Bereich und schaute zu, wie da unten im Becken Michael Phelps den Rekord der russischen Kunstturnerin brach. Groll hegte die 77-Jährige, die im flotten dunkelblauen Polo-Shirt mit der Aufschrift "Russia" erschienen war, dabei nicht. "Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden", sollte sie später russischen Journalisten sagen, "Michael hat es verdient".Es war genau um 22.04 Uhr deutscher Zeit, als Michael Phelps zum erfolgreichsten Olympioniken der bisherigen Geschichte aufstieg. Erst verlor Phelps ein Millimeter-Finale über 200 Meter Schmetterling gegen den Südafrikaner Chad le Clos, weil er, in Führung liegend, den Anschlag verpatzte. Dann siegte er als Schluss-Schwimmer mit der amerikanischen 4x200-Meter-Freistil-Staffel. Seine olympische Bilanz: 15 Mal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze.

"Für mich war es vor allem wichtig, nach dem verpatzten Anschlag die Motivation schnell wieder zu finden und wieder zurückzukommen", sagte Phelps später. "Ich habe zu den Jungs vor der Staffel gesagt, dass ich gerne einen großen Vorsprung hätte. Sie haben ihn mir gegeben - und ich konnte auf den letzten 15 Metern sogar mit einem Lächeln auf den Lippen schwimmen. Danke dafür."

"Unglaublich", sagte Ian Thorpe, der Wunderschwimmer vor Phelps, der nach seinem Comeback die Qualifikation für London bei den australischen Trials verpasst hatte und nun für das britische Fernsehen BBC als Experte kommentiert, "er hat es so sehr verdient. Nicht nur, weil er ein so großer Sportler ist, sondern auch, weil er so großartig mit seinen Konkurrenten umgeht, sie so sehr respektiert." Phelps-Bezwinger Chad le Clos sagte gar: "Er ist mein Held, mein Idol. Ich liebe diesen Typen."

Vor zwölf Jahren ging der Stern von Phelps auf, als er als damals 15-Jähriger erstmals bei Olympischen Spielen in Sydney teilnahm, aber noch ohne Medaille blieb. Das änderte sich 2004 in Athen, wo er bei acht Starts acht Medaillen holte, darunter sechs goldene. Damit war er der erfolgreichste Sportler in Athen. Dieses Kunststück toppte Phelps vier Jahre später in Peking, als er all seine acht Wettbewerbe, in denen er antrat, gewann - etwas, das vorher noch kein Athlet bei Olympia geschafft hatte.

Auf Einen Blick

Die erfolgreichsten Medaillengewinner bei Olympischen Sommerspielen:

1. Michael Phelps (USA, Schwimmen), 2004 bis 2012, 15 Gold, 2 Silber, 2 Bronze; gesamt: 19 Medaillen; 2. Larissa Latynina (Russland, Turnen), 1956 bis 1964, 9 Gold, 5 Silber, 4 Bronze.; gesamt 18; 3. Paavo Nurmi (Finnland. Leichtathletik), 1920 bis 1928, 9 Gold, 3 Silber; gesamt 12; 4. Mark Spitz (USA, Schwimmen), 1968 bis 1972, 9 Gold, 1 Silber, 1 Bronze; gesamt 11; 5. Carl Lewis (USA, Leichtathletik), 1984 bis 1996, 9 Gold, 1 Silber; gesamt 10; 6. Birgit Fischer (Deutschland, Kanu), 1980 bis 2004, 8 Gold, 4 Silber; gesamt 12; 7. Sawao Kato (Japan, Turnen), 1968 bis 1976, 8 Gold, 3 Silber, 1 Bronze; gesamt 12; 8. Jenny Thompson (USA, Schwimmen), 1992 bis 2004, 8 Gold, 3 Silber, 1 Bronze; gesamt 12; 9. Matt Biondi (USA, Schwimmen), 1984 bis 1992, 8 Golf, 2 Silber, 1 Bronze; gesamt 11; 10. Ray C. Ewry (USA, Leichtathletik), 1900 bis 1908, 8 Gold; gesamt 8. red