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13 Punkte vor dank der Nummer 13

Thomas Müller (Zweiter von links) lässt sich von Franck Ribéry, Robert Lewandowski und Arjen Robben (von links) für seinen Treffer zum 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach feiern. Foto: Gambarini/dpa
Thomas Müller (Zweiter von links) lässt sich von Franck Ribéry, Robert Lewandowski und Arjen Robben (von links) für seinen Treffer zum 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach feiern. Foto: Gambarini/dpa FOTO: Gambarini/dpa
Mönchengladbach. Dem FC Bayern München ist der nächste Meistertitel kaum mehr zu nehmen. Nach dem 1:0 in Mön- chengladbach sind sie der Konkurrenz nun schon auf 13 Punkte enteilt. Andreas ASEN,Oliver MUCHA

Thomas Müller hat seine Torflaute in der Fußball-Bundesliga beendet und Bayern München zum Sieg beim Angstgegner Borussia Mönchengladbach geführt. Der Weltmeister mit der Trikotnummer 13 traf beim 1:0 (0:0) nach starker Vorarbeit von Thiago zur Entscheidung (63.) und erzielte sein erstes Tor in der Liga seit Dezember 2016.



Der fünfte Meistertitel in Serie scheint nun nur noch Formsache, die Münchner haben 13 Punkte Vorsprung auf "Verfolger" RB Leipzig. Gladbach kassierte drei Tage nach dem Europa-League-Aus gegen Schalke 04 einen weiteren Rückschlag, hat als Zehnter fünf Zähler Rückstand auf das internationale Geschäft. "Dass ich es noch drin habe, weiß ich", sagte Müller: "Die Jungs haben es mir auch gegönnt. Wir ackern alle zusammen. Natürlich ist heute ein schöner Tag für mich."

Den Münchnern, die erst ihren zweiten Sieg in den vergangenen sechs Pflichtspielen gegen Gladbach holten, genügte im Duell der beiden besten Rückrunden-Mannschaften eine durchschnittliche Leistung. Insbesondere im Abschluss waren die Bayern lange ungewohnt fahrig. Immer wieder scheiterte das Team von Trainer Carlo Ancelotti am starken Gladbacher Torhüter Yann Sommer oder der mangelnden Präzision im Abschluss. Und als der Schweizer doch geschlagen war, rettete die Latte bei Arjen Robbens Distanzschuss (43.). Erst Müller brach exakt 99 Tage nach seinem letzten Ligatreffer gegen den VfL Wolfsburg den Bann. Es war erst sein zweites Saisontor überhaupt.

Robben hätte vor 54 014 Zuschauern im zum vierten Mal in dieser Saison ausverkauften Borussia-Park bereits nach 42 Sekunden treffen können, aber Sommer wehrte den Schuss souverän ab.

In der Anfangsphase versteckte sich die ersatzgeschwächte Borussia, bei der unter anderem Weltmeister Christoph Kramer, Kapitän Lars Stindl, Mahmoud Dahoud, Fabian Johnson und Ibrahima Traore fehlten, keineswegs. Ein Schuss von Tony Jantschke, den Trainer Dieter Hecking aus der Personalnot heraus ins Mittelfeldzentrum beordert hatte, wurde im letzten Moment abgeblockt (5.). Insgesamt kam Gladbach in der ersten Halbzeit aber nur selten strukturiert aus der eigenen Hälfte, obwohl München durchaus Räume anbot. Bei einem der wenigen Konter zögerte Jonas Hofmann aber viel zu lang: Anstatt zu schießen oder zu passen, verlor er den Ball (12.). Spätestens nach einer Viertelstunde hatte München das Spiel im Griff. Allerdings fehlten Tempo und Präzision, um die aufmerksame Defensive der Gladbacher zu überrumpeln. Gefährlich wurde es nur, wenn sich die Borussia Fehler leistete. Nach einem dieser leichtsinnigen Ballverluste rettete Sommer in höchster Not gegen Robert Lewandowski (25.). Kurz vor der Pause wäre aber auch der Schweizer machtlos gewesen, doch Robben traf nur die Latte, und Sommer reagierte bei Lewandowskis anschließendem Kopfball blitzschnell und wehrte aus kürzester Distanz ab.



An den überlegenen Auftritt aus der ersten Halbzeit knüpften die Bayern im zweiten Durchgang zunächst nicht an, und Gladbach wurde stärker. Doch nachdem Raffael noch knapp das 1:0 verpasst hatte (62.), schlug der zuvor glücklose Müller zu.