13 für 2016

Halbzeit. Zwei Jahre liegen die Olympischen Spiele in London zurück.

Zwei Jahre sind es bis zu den Spielen in Rio de Janeiro. 22 Athleten waren für das Saarland in England dabei. Mit Bastian Steger, der die Bronzemedaille mit der Tischtennis-Mannschaft gewann, und Leichtathletin Claudia Nicoleitzik, die bei den Paralympischen Spielen Bronze über 100 und 200 Meter holte, schnitten die Saar-Athleten gut ab. Gut, aber ausbaufähig. Um mögliche Olympia-Teilnehmer optimal vorzubereiten, hat die Sportstiftung Saar das Team Rio Saarland ins Leben gerufen. Am Dienstagabend präsentierte sie 13 Athleten, die auf ihrem Weg nach Brasilien eine besondere Förderung erhalten.

"Es gibt eine Projekt- und eine Regelförderung", sagt Karin Becker vom Vergabeausschuss der Stiftung: "Die Sportler , die in der Projektförderung sind, erhalten 100 Euro im Monat, in der Regelförderung gibt es 200 im Monat." Die Kriterien: Wer in seiner Disziplin bei Weltmeisterschaften zwischen Platz eins und 16 oder bei Europameisterschaften zwischen Platz eins und acht landet, schafft es in die Regelförderung. Diejenigen, die sich für eine WM qualifizieren oder bei einer EM Rang neun bis 16 belegen, erhalten die Projektförderung. "Wenn in einer Sportart die Weltranglisten-Platzierung entscheidend ist, betrachten wir diese. Wenn die Athleten so platziert sind, dass sie sich damit für die Olympischen Spiele qualifizieren würden, erhalten sie die Regelförderung", sagt Becker: "Die Förderung wird für ein Jahr ausgeschüttet. Danach müssen sich die Athleten erneut empfehlen."

Einige Sportler aus dem Saarland , die die Bedingungen erfüllen könnten, schaffen es nicht in die Förderung - etwa die Fußballspielerinnen Dzsenifer Marozsan (FFC Frankfurt), Nadine Keßler, Selina Wagner (beide VfL Wolfsburg ) oder Josephine Henning (Paris St. Germain). Der Grund? "Sie müssten für saarländische Vereine starten, um ein Teil des Teams zu sein", sagt Becker.

Die Aufnahmekriterien hat die Sportstiftung hoch angesetzt. "Bei den vergangenen Olympischen Spielen haben es zwei Drittel unserer Sportler unter die besten Zehn geschafft - was sehr gut ist. Aber einige sind auch hinter Platz 16 gelandet", erinnert Gerd Meyer, der Vorsitzende der Sportstiftung. In Brasilien soll die Leistungsdichte an der Spitze noch größer werden. Schon jetzt stehen einige Athleten im Fokus. Solche wie Weitspringer Christian Reif, der in diesem Jahr mit 8,49 Meter so weit wie nie gesprungen ist. Oder Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger, der mit seinem achten Platz 2012 für Aufsehen sorgte und nun zu den großen Hoffnungsträgern gehört. "Das Geld ist bei den Sportlern des Team Rio sicher sinnvoll investiert", sagt Reif: "Hier wurde schon jetzt ein sehr erfolgreiches Team nominiert."

Dennoch wird sich die Gruppe bis zur Olympia-Qualifikation vergrößern, glauben die Mitglieder der Sportstiftung. "Bis zur Nominierung ist es ja ein fließender Prozess", sagt Becker. Gute Chancen haben unter anderem Ringer Andriy Shyyka, Ruderer Jost Schömann-Finck und Schwimmerin Annika Bruhn. Bruhn, die kommende Saison zur SSG Saar Max Ritter wechselt, wird am Wochenende in Essen an einem EM-Qualifikationswettkampf teilnehmen. Schafft sie die Qualifikation, gehört sie auch zum Team Rio. Sie hat übrigens bereits an den Spielen in London teilgenommen - noch für den SV Bietigheim. Bruhn wurde mit der Freistil-Staffel Elfte. In zwei Jahren könnte sie eine derjenigen sein, die das gute London-Ergebnis der Saarländer ausbauen.