1. FC Saarbrücken will ETTU-Cup gewinnen

Tischtennis : FCS nimmt Europapokalsieg ins Visier

Der Tischtennis-Bundesligist tritt nach dem Aus in der Champions League im ETTU-Cup an. Im Viertelfinale geht es gegen Chartres.

In der Tischtennis-Bundesliga ist der 1. FC Saarbrücken nach dem 3:1-Heimsieg am Montagabend gegen den TSV Bad Königshofen wieder auf Kurs. Am heutigen Freitag will die Mannschaft auch im ETTU-Pokal den ersten Schritt in Richtung Halbfinale gehen. Um 19 Uhr erwartet der FCS in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle den französischen Vertreter Chartres ASTT zum Viertelfinal-Hinspiel.

Nach dem unglücklichen Aus nach der Gruppenphase der Champions League nehmen die Saarbrücker nun im zweithöchsten europäischen Wettbewerb einen neuen Anlauf. Darüber, wo der Sprung hingehen soll, gibt es keine zwei Meinungen. „Das Ziel ist natürlich, am Ende den Pokal zu gewinnen“, sagt FCS-Spieler Darko Jorgic mit erfrischender Offenheit.

Nicht ganz so eindeutig, aber dennoch zuversichtlich äußert sich auch der sportliche Leiter des FCS, Erwin Berg: „Diesen Jungs traue ich zu, ins Finale einzuziehen und dann auch zu gewinnen.“ Den dicksten Brocken auf dem Weg dorthin erwartet Berg direkt im Viertelfinale: „Chartres ist einer der stärksten Gegner im ETTU-Cup. Wenn wir das schaffen, dann können wir alles schaffen.“

Wie seine Kollegen geht auch Cristian Pletea, der jüngste in der Saarbrücker Ansammlung aufstrebender Talente, hochmotiviert an die europäische Aufgabe heran. „Ich kenne die Spieler von Chartres. Das ist eine riesige Herausforderung für uns. Darko, Tomas Polansky und ich sind auch starke Spieler. Ich denke, wir haben auch ohne Patrick eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen“, sagt der erst 18-jährige Rumäne, der für den FCS aktuell nur auf europäischer Ebene antritt (ab der kommenden Saison auch in der Bundesliga), selbstbewusst.

Die Saarbrücker hoffen darauf, dass ihr Topspieler Patrick Franziska, dessen Gesundheitszustand aufgrund eines Infekts fast täglichen Schwankungen unterliegt, gegen Chartres dabei sein kann. „Patrick geht es nicht gut, aber ich hoffe, dass er bis Freitag wieder fit ist“, sagt FCS-Trainer Slobodan Grujic. Der sportliche Leiter stellt aber auch klar, dass er kein Risiko eingehen wird. „Ich will Patrick nicht ins Feuer werfen, wenn er nicht voll fit ist. Dann lasse ich ihn lieber draußen“, sagt Berg.

Dass der jüngste Liga-Erfolg gegen Bad Königshofen trotz der Abwesenheit des Saarbrücker Topakteurs zustande gekommen ist, hat indessen für zusätzliches Vertrauen in die eigene Stärke gesorgt. Jorgic bestätigte mit zwei Einzelsiegen am Montag seine anhaltend starke Form in dieser Saison. Tomas Polansky, der mit dem Sieg gegen Bence Majoros den dritten Punkt beisteuerte, deutet an, dass er nach seiner langwierigen Schulterverletzung auf dem Weg zurück ist. „Tomas kommt langsam wieder in die Form, in der er war“, sagt Berg über seinen U21-Europameister.

Dass der 1. FC Saarbrücken weiß, wie der ETTU-Pokal ins Saarland zu holen ist, hat der Verein schon einmal unter Beweis gestellt – im Mai 2014. Damals sorgten Bastian Steger, Bojan Tokic und Tiago Apolonia mit dem Sieg in diesem Wettbewerb für den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Eine Parallele zu heute lässt sich allerdings kaum ziehen, finden die Verantwortlichen. „Das war damals eine erfahrene Mannschaft, heute haben wir eine Mannschaft aus jungen Wilden“, sagt Berg. Dass die FCS-Spieler vielleicht gerade wegen ihrer Jugend vor Ehrgeiz nur so strotzen, lässt sich aus Jorgics Einschätzung des heutigen Gegners heraushören: „Chartres ist nicht schlecht. Die sind jung und motiviert – genau wie wir.“

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