1. FC Saarbrücken verliert Testspiel gegen SV Darmstadt 98 mit 0:3

Kostenpflichtiger Inhalt: 0:3-Niederlage des FCS gegen Darmstadt : Ein Testspiel mit vielen Erkenntnissen

Regionalliga-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken unterliegt Zweitligist Darmstadt 98 im Sportfeld mit 0:3. Erstes Spiel von Trainer Kwasniok.

„Es ist scheiße, wenn man ein Trainingsspiel verliert. Es ist scheiße, wenn man ein Testspiel verliert. Und es ist noch schlimmer, wenn es ein Pflichtspiel ist.“ Lukas Kwasniok, neuer Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, lebt seiner Mannschaft die Gier nach Erfolg beeindruckend vor. Gerade nach dem ersten Testspiel der Wintervorbereitung, das der FCS am Freitag vor mehr als 700 Zuschauern im FC-Sportfeld mit 0:3 (0:0) gegen den Zweitligisten SV Darmstadt 98 verlor. „Das Ergebnis gefällt mir nicht“, sagte der Fußball-Lehrer, der vor einer Woche die Arbeit aufgenommen hat, „aber es gab viele Erkenntnisse – positiv wie negativ.“

Kapitän Manuel Zeitz und Verteidiger Anthony Barylla absolvierten nach Erkrankungen unter der Woche ein Laufprogramm, Sebastian Jacob fehlte nach seiner Knie-Operration. Gerüchten, der Stürmer sei beim niederländischen Erstligisten FC Groningen im Gespräch, erteilte FCS-Sportdirektor Marcus Mann eine Absage. „Bei mir hat sich niemand gemeldet, und es braucht auch niemand anzurufen“, stellte Mann klar, dass der FCS den Saarlouiser gerne halten möchte – auch über die Saison hinaus: „Wir sind im ständigen Austausch, aber das ist zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht darstellbar.“

Der FCS begann die „Ära Kwasniok“ im 4-4-2-System und mit einer Überraschung. Vor Torwart Daniel Batz spielte der gelernte Stürmer Cedric Euschen rechter Verteidiger. „Ich sehe Cedric nicht ganz vorne, daher haben wir das heute auf der rechten Seite im Wechsel mit Tobias Jänicke gemacht“, sagte Kwasniok und nannte auch eine Erkenntnis: „Er ist aber mehr Siebener als Zweier.“ Die Innenverteidigung bildeten Steven Zellner und Nino Miotke, die linke Seite Mario Müller und Timm Golley. Neben dem überragenden Fanol Perdedaj machte auch Talent Rasim Bulic positiv auf sich aufmerksam. Der Ex-Offenbacher gewann viele Zweikämpfe, spielte viele einfache, aber dennoch kluge Pässe. Im Sturm versuchten José Pierre Vunguidica und Fabian Eisele, zu Chancen zu kommen.

Ein Klassenunterschied war in der ersten Hälfte nicht zu erkennen. Zwischen der Vierer-Abwehrkette des FCS und den anlaufenden Spitzen war kaum mehr als 20 Meter Raum – zu wenig für die Darmstädter, um sich spielerisch in Szene zu setzen. Die Hausherren hatten dadurch sogar mehr Ballbesitz.

„Wenn du als Armada gegen den Ball arbeitest, ist es auch für einen Zweitligisten schwer, das zu bespielen“, zog der Cheftrainer ein positives Resümee zum Abschluss einer von Defensivarbeit geprägten Trainingswoche, „es waren auch im zweiten Durchgang Phasen gegen den Ball in Ordnung, aber man hat auch gesehen, dass es nur mit Teilen der Mannschaft schwer wird. Aber das war mit bewusst, schließlich hatten wir drei A-Jugendspieler auf dem Platz.“

Neben Téo Herr, der als zweite Spitze neben Gillian Jurcher zum Einsatz kam, waren auch die U19-Spieler Marius Köhl (rechtes Mittelfeld) und Mehmet Bagci (linker Verteidiger) nun auf dem Feld. Christopher Schorch, Boné Uaferro und Jayson Breitenbach waren die Verteidiger, Kianz Froese und Mergim Fejzullahu sollten mit Markus Mendler (links) das Spiel lenken. Doch nachdem die Gäste im ersten Durchgang nur eine einzige Tormöglichkeit durch einen Fernschuss von Patrick Herrmann (15. Minute) hatten, nutzten sie nun ihre Möglichkeiten konsequent. Mathias Honsak (54.), Dario Dumic (80.) und Tim Skarke (90.) trafen zum insgesamt zu deutlichen 3:0-Endstand.

Die Hausherren kamen gegen den Zwölften der 2. Bundesliga nicht gefährlich vor das Tor. „Wir haben zu viel den Ball kontrolliert und zu wenig das Tor bedroht. Wir haben den Ball erobert, aber dann nicht dorthin gespielt, wo es weh tut“, erklärte der neue Trainer alte Fehler, „man hätte das besser machen können, aber es ist der nächste Schritt. Ich bin unzufrieden, dass wir verloren haben. Aber mit vielen Elementen bin ich schon sehr zufrieden.“