1. FC Saarbrücken trifft in der zweiten DFB-Pokalrunde auf 1. FC Köln

Kostenpflichtiger Inhalt: 1. FC Saarbrücken : Ein tolles Los und drei vogelwilde Punkte

Der 1. FC Saarbrücken trifft in der zweiten DFB-Pokalrunde auf den 1. FC Köln. In der Liga vier Siege in vier Spielen.

Viel besser hätte die Auslosung kaum sein können. Der Kölner Dirk Lottner, Trainer des 1. FC Saarbrücken, darf sich auf „seinen“ 1. FC Köln freuen – und das Saarland auf die Rückkehr des Auersmachers Jonas Hector in seine Heimat. Der Fußball-Bundesligist kommt Ende Oktober in der zweiten Runde des DFB-Pokals ins Saarland, das ergab die Ziehung am Sonntagabend. Nun ist der FCS gefordert zu klären, in welchem Stadion gespielt werden kann. Denn das Flutlicht im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion ist nicht ausreichend für ein Abendspiel.

Sportlich dürfte der FCS heiß sein auf diese Chance, auch wenn der 3:2 (1:1)-Erfolg in der Regionalliga Südwest bei der TSG Balingen nicht wirklich überzeugend war. Oder wie FCS-Innenverteidiger Christopher Schorsch sagte: „Scheißegal wie – am Ende musst du solche Spiele gewinnen, wenn du oben dabei sein willst.“ Und das ist der FCS mit vier Siegen in vier Spielen.

Der FCS war schon nach drei Minuten in Führung gegangen. Schorsch hatte die Abwehr mit einem langen Ball überspielt, Sebastian Jacob auf Fabian Eisele abgelegt. Und der bewies seine bekannte Stärke im Strafraum mit dem 1:0. „Wir spielen überragend, haben Chancen zum zweiten, dritten oder vierten Tor“, beschrieb Fanol Perdedaj die folgende, beste Phase des FCS-Auftritts. Jacob an den Außenpfosten (15.), Perdedaj knapp daneben (19.) und Markus Mendler mit Freistoß an die Querlatte (22.) hätten das Ergebnis in die Höhe schrauben müssen. FCS-Torwart Daniel Batz blieb lange ungeprüft, musste dann beim gefährlichen Schuss von Tobias Dierberger nach 25 Minuten erstmals wirklich eingreifen.

Batz’ Parade mit den Fingerspitzen hatte irgendwie Signalwirkung für die Partie. „Danach haben wir aufgehört, Fußball zu spielen“, sagte Perdedaj. Schorsch ergänzte: „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht.“ Balingen belohnte sich für das größere Engagement: Der Ex-Homburger Marco Gaiser bereitete Sekunden vor der Pause das 1:1 durch Hannes Scherer vor, der Batz keine Abwehrchance ließ.

Zwar konnte Markus Mendler mit einem Traumtor den haushohen Favoriten direkt nach dem Wechsel wieder mit 2:1 in Front bringen, mehr Spielkontrolle gewann der FCS dadurch aber nicht. „Wir bekommen es dann nicht hin, Ruhe und Souveränität auszustrahlen“, ärgerte sich Lottner, „dafür bekommen wir wieder mal nach einem Standard das 2:2.“ Zunächst hatte Batz einen Gaiser-Kopfball an die Latte gelenkt. Den anschließenden Eckball drückte Lukas Foelsch zum Ausgleich über die Linie (52.).

„Es war vogelwild“, sagte Perdedaj, der 120 Sekunden nach dem erneuten Ausgleich aber wieder jubeln durfte. Mendler hatte mit der Hacke Eisele frei gespielt, der legte noch mal quer auf Jacob, dessen Tor zum 3:2 der Siegtreffer sein sollte. „Balingen kommt über den Kampf, hat aber in der zweiten Hälfte durchaus auch guten Fußball gespielt“, lobte Jacob die Entwicklung der ersatzgeschwächten Gastgeber, „dass wir einige Ungenauigkeiten drin hatten, wissen wir selber.“ Hinten – wo Batz gegen Kaan Akkaya stark reagierte (73.) – wie vorne, wo Perdedaj in der Nachspielzeit den Torwart auspielte, dann aber über das Tor schoss.

Die Gründe dafür gilt es jetzt aufzuarbeiten. Ob die sechs Veränderungen in der Startformation dazugehören, auch. „Der Kader gibt es her, dass der Trainer seine Auswahl hat“, meinte Schorsch zur Rotation im qualitativ hochwertigen Team.

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