1. FC Saarbrücken Tischtennis startet in die Champions League

FCS Tischtennis und Patrick Franziska : Mit viel Selbstvertrauen in die Champions League

Mannschafts-Europameister Patrick Franziska empfängt heute mit dem FCS Tischtennis die Franzosen von PPC Villeneuve. Chinese Kun fällt aus.

Der Stolz auf seinen besten Spieler ist beim 1. FC Saarbrücken Tischtennis vor dem Auftakt der Champions League besonders groß. An diesem Donnerstag um 19 Uhr empfängt der FCS den Club PPC Villeneuve aus Frankreich in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle. „Patrick kommt als Europameister zurück. Das ist auch für den Verein ganz wichtig“, freut sich Slobodan Grujic über Patrick Franziskas Titelgewinn bei der Mannschafts-Europameisterschaft. Und mit einem Lächeln fügt der Saarbrücker Trainer hinzu: „Das ist natürlich Patricks Erfolg, aber einen kleinen Anteil haben wir vielleicht auch.“

Schon zum vierten Mal hat die Saarbrücker Nummer eins die Goldmedaille im kontinentalen Mannschaftswettbewerb gewonnen. Im Endspiel besiegten Franziska, Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov das portugisische Team am vergangenen Sonntag klar mit 3:0. „Da gibt es keine Routine, und das ist auch keine Selbstverständlichkeit“, sagt Franziska zu der Frage, ob die europäische Krone angesichts der eigenen Dominanz schon zur Gewohnheit wird. Daraus, dass die Ambitionen des Weltranglisten-15. trotzdem längst über die kontinentalen Grenzen hinausreichen, macht der 27-Jährige aber auch kein Geheimnis. „Es ist mein Ziel, Schritt für Schritt in Richtung der Top Zehn zu kommen und irgendwann auch die ganz Großen anzugreifen. Wenn ich so weiterspiele, kann ich das auch schaffen“, sagt „Franz“.

Seit seinem Wechsel von Rekordmeister Borussia Düsseldorf zum FCS 2016 zeigt Franziskas Leistungskurve steil nach oben. Zuletzt ging sie sogar geradezu durch die Decke. So gelang es ihm im Juli gleich zwei Mal, „die ganz Großen“ das Fürchten zu lehren. „Die letzten Wochen liefen extrem gut. Nach den Siegen gegen die Top-Chinesen spiele ich natürlich mit ganz viel Selbstvertrauen“, sagt der Saarbrücker, der gegen die ehemalige Nummer eins und jetzige Nummer zwei Fan Zhendong sowie Liang Jingkun (8.) triumphierte. Gegen den Weltranglistenersten Xu Xin verlor Franziska nach vergebenem eigenem Matchball nur hauchdünn. Hatte der gebürtige Hesse früher noch häufiger mit Brüchen in seiner Leistungsbilanz zu kämpfen, präsentiert er sich heute kontinuierlich auf höchstem Niveau. „Ich habe das Gefühl, dass ich sportlich einen echten Schritt nach vorne gemacht habe und dass ich konstanter bin. Früher hatten sich Superspiele mit Ausreißern nach unten abgewechselt. Jetzt sind es eher Ausreißer nach oben“, analysiert der Topmann.

Franziska selbst sieht in seinem Wechsel nach Saarbrücken einen wichtigen Faktor für seine positive Entwicklung: „In Düsseldorf bin ich eher dem Ganzen gefolgt, ohne meine eigene Meinung einzubringen. In Saarbrücken kann ich dagegen viele Entscheidungen selbst treffen, zum Beispiel, wann ich im Training mal kürzertrete. Das hilft mir sehr, denn am Ende stehst du auch alleine am Tisch und musst alleine deine Entscheidungen treffen.“ Die Rolle des Leitwolfs in der extrem jungen Saarbrücker Mannschaft nimmt Franziska gerne an. „Es hat mir schon immer gefallen, Leute anzuführen. Es macht mir total Spaß, wenn ich den Jungen helfen kann. Das gibt mir auch wieder Energie“, sagt die Saarbrücker Nummer eins.

In Abwesenheit des erfahrenen Saarbrücker Neuzugangs Shang Kun sind Franziskas Führungsqualitäten gegen Villeneuve besonders gefragt. Der Chinese musste nach einem Trainingssturz am Kiefer operiert werden und fällt vorläufig aus.

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