1. FC Saarbrücken Tischtennis empfängt mit Shang Kun Borussia Düsseldorf

Tischtennis-Bundesliga : Chinesische Extraklasse für den FCS

Shang Kun, der Neue in Diensten des 1. FC Saarbrücken Tischtennis, trifft mit seinem Verein am Sonntag auf Borussia Düsseldorf.

Gelingt den Tischtennisspielern des 1. FC Saarbrücken die doppelte Revanche nach den beiden Auftaktniederlagen gegen die TTF Ochsenhausen und Borussia Düsseldorf im vergangenen Jahr? Gegen Titelträger Ochsenhausen startete der saarländische Vizemeister diesmal mit einem 3:0-Auswärtssieg in die Saison. Wenn an diesem Sonntag um 15 Uhr Rekordmeister Düsseldorf um Rekord-Europameister Timo Boll in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle gastiert, soll der zweite Teil der Wiedergutmachung folgen.

Nach der unerwartet starken letzten Saison, wo das junge Saarbrücker Team die (am Ende verlorenen) Endspiele im ETTU-Pokal und um die deutsche Meisterschaft erreichte, haben die Saarbrücker mit Shang Kun einen Neuzugang vorzuweisen, der sein herausragendes Niveau schon vielfach unter Beweis gestellt hat. Der aus Shanghai stammende Chinese ist aktueller chinesischer Meister im Doppel und hat mehrfach die nationale Mannschaftsmeisterschaft in seinem Heimatland gewonnen. Im Einzel gewann er dreimal Bronze. Dass sein Name trotzdem nicht jedem geläufig ist, hängt damit zusammen, dass er zu der vielleicht besten Generation chinesischer Tischtennisspieler gehört, die es jemals gab. Mit Xu Xin, Fan Zhendong und Ma Long gehören dazu die ersten Drei der Weltrangliste. Dass er alle drei schon einmal geschlagen hat, gibt einen Hinweis auf seine Extraklasse. In der polnischen Liga, wo er bis zu seinem Wechsel zum FCS bei Dekorglass Dzialdowo, dem letztjährigen Saarbrücker Halbfinalgegner im ETTU-Pokal, spielte, hat er nur ein einziges Spiel verloren.

Wie schon bei einigen anderen Spielern des FCS kam auch bei Shang Kun der Kontakt über den saarländischen Tischtennisausstatter TIBHAR zu Stande. „Letztes Jahr hat mich Geschäftsführer Roland Berg gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in Saarbrücken zu spielen. Dann habe ich zweimal mittrainiert und mich danach entschieden, hierherzukommen“, berichtet der Chinese von seinem Wechsel ins Saarland, der zunächst auf ein Jahr angelegt ist. „Die Organisation hier ist deutlich professioneller als in Polen. Dazu ist das sportliche Niveau hoch, und ich wurde auch von den Jungs super aufgenommen. Alles ist gut“, sagt Shang Kun, der mit seiner Frau in Scheidt wohnt.

Beim Formulieren seiner Ziele mit seinem neuen Verein hält es der neue FCS-Spitzenspieler mit seinem Kollegen Patrick Franziska: „Ich will ebenfalls einen Titel gewinnen. Ich glaube, wir können das mit dieser Mannschaft schaffen.“

Die Gründe dafür, dass das Welttischtennis von chinesischen Spielern beherrscht wird, vermutet Shang Kun im ungleich größeren Wettbewerb, der im bevölkerungsreichsten Land der Welt herrscht. „In China ist das Training wesentlich härter als in Europa. Es gibt einfach so viele Spieler auf allerhöchstem Niveau, dass der Konkurrenzdruck dort riesig ist“, erzählt der Spieler. Dass er einer derjenigen ist, der sich durchgesetzt hat, bedeutet aber auch, dass er nur noch selten nach Hause kommt. „Ich bin nur ein- oder zweimal im Jahr in China. Manchmal vermisst man schon seine Familie und seine Freunde“, erzählt Shang.

Obwohl – oder gerade weil – der Unterschied zwischen der Riesenmetropole Shanghai (26 Millionen Einwohner) zu Saarbrücken so gewaltig ist, hat der Chinese die saarländische Landeshauptstadt schnell schätzen gelernt. „Die Leute hier sind unglaublich nett. Wenn ich mit meiner Frau über den Markt gehe und wir Probleme mit der deutschen Sprache haben, dann helfen uns die Leute immer sofort und versuchen, uns auf englisch alles zu erklären. Das finde ich großartig.“ Ein Sieg gegen Düsseldorf dürften auch die FCS-Fans großartig finden.