| 20:31 Uhr

1. FC Saarbrücken nur noch fünf Punkte hinter Mannheim
Heimsieg sorgt für Harmonie

Ich und mein Holz: FCS-Spieler Fanol Perdedaj (links) bejubelt mit Marco Holz dessen Führungstreffer am Samstag gegen den SC Freiburg II. Holz war danach auch am zweiten Treffer der Saarbrücker beteiligt.
Ich und mein Holz: FCS-Spieler Fanol Perdedaj (links) bejubelt mit Marco Holz dessen Führungstreffer am Samstag gegen den SC Freiburg II. Holz war danach auch am zweiten Treffer der Saarbrücker beteiligt. FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. 1. FC Saarbrücken schlägt SC Freiburg II mit 3:0. Heute Abend Mitgliederversammlung in der Congresshalle. Von Patric Cordier

„Frohe Weihnachten“ wünschte Christian Preußer, der Trainer des Fußball-Regionalligisten SC Freiburg II, am Samstag nach der 0:3 (0:1)-Niederlage seiner Mannschaft beim 1. FC Saarbrücken. Und tatsächlich ist der erste Wunsch auf FCS-Trainer Dirk Lottners sportlichem Zettel in Erfüllung gegangen: Mit dem Erfolg über die Breisgauer hat man den TSV Steinbach (0:1 gegen Hessen Dreieich) auf Rang drei der Tabelle verdrängt und ist zwei Zähler näher an Spitzenreiter SV Waldhof Mannheim (3:3 zuhause gegen die TSG Hoffenheim II) herangerückt. „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft“, lobte Lottner, „es war eine ganz schwierige Aufgabe. Und es ist keine Selbstverständlichkeit, diese spielstarke Mannschaft mit 3:0 zu besiegen.“


Und tatsächlich gehörte den Gästen die Anfangsphase. Der FCS im 3-5-2-System kam mit der 3-4-3-Formation der Gäste überhaupt nicht zurecht. Lottner hatte Oliver Oschkenat aus der Startelf genommen und Steven Zellner in die Dreierkette zurückgezogen. Im Mittelfeld bekam Fanol Perdedaj den Vorzug vor Manuel Zeitz. Der Kapitän kam aber bereits nach 20 Minuten, weil Benjamin Kessel wegen einer Knieverletzung rausmusste. SC-Angreifer Christoph Daferner hatte den Fuß draufgehalten, Kessel sich das Knie verdreht. „Saarbrücken hat dann das System umgestellt“, sagte Ex-FCS-Spieler Ivan Sachanenko, der bei den Gästen zentral in der Innenverteidigung agierte, „damit sind wir dann überhaupt nicht mehr zurechtgekommen.“

Nach 36 Minuten brachte Markus Mendler den FCS auf die Siegerstraße. Sein Freistoß landete auf dem Kopf von Marco Holz und von dort im Tor. Die langen SC-Innenverteidiger sahen beim 1:0 nicht gut aus. Gleiches gilt für Schiedsrichter Mario Hildenbrand, der die von den Gästen teilweise ruppig geführte Partie nie im Griff hatte. „Er war einfach schlecht“, sagte Preußer – auch zu einer großen Diskussion kurz vor der Pause. „Es ging so schnell, aber ich war mit der Hand am Ball“, gestand Saarbrückens Angreifer Sebastian Jacob fair. Hildenbrand nahm seine falsche Strafstoß­entscheidung für den FCS zurück.



2248 Zuschauer waren am Samstag ins Hermann-Neuberger-Stadion gekommen. Die sogenannten „organisierten Fans“ beteiligten sich am bundesweiten Protest gegen Montagsspiele und verweigerten in der ersten Hälfte ihrer Mannschaft die Unterstützung. Andere Zuschauer bemühten sich zumindest um spielbezogenen „Support“.

Die Entscheidung fiel nach knapp einer Stunde. FCS-Torwart Daniel Batz leitete die Aktion ein. Gillian Jurchers ungenaues Zuspiel veredelte Holz zu einem Pass zur Grundlinie. Die folgende Hereingabe von Mendler wehrte SC-Torwart Niclas Thiede vor die Füße von Jacob ab. Der Rodener erhöhte auf 2:0 – Lohn für eine erneut starke Leistung und vielleicht auch Belohnung für gelebtes Fairplay. Saarbrücken war in allen Belangen überlegen, hätte das Ergebnis schon früher in die Höhe schrauben müssen. Doch es traf nur der fleißige, manchmal aber noch etwas kopflos spielende Jurcher, der einen Abstimmungsfehler zwischen Thiede und Sachanenko zum 3:0-Endstand (88.) nutzte.

Die Jahreshauptversammlung des FCS am heutigen Montag ab 19.03 Uhr in der Saarbrücker Congresshalle dürfte vorweihnachtlich harmonisch ablaufen. Und vielleicht geht Preußers zweiter Wunsch für den FCS ja auch noch in Erfüllung: „Wir sehen uns diese Saison ja nicht wieder – und ich hoffe für euch, nächste Saison auch nicht.“