| 15:21 Uhr

1. FC Saarbrücken siegt
Dank Derby-Sieg zurück im Titelkampf

Endlich mal wieder jubeln: Die Teamkollegen freuen sich mit dem Saarbrücker Torschützen zum 2:0, Sebastian Jacob (Zweiter von rechts).
Endlich mal wieder jubeln: Die Teamkollegen freuen sich mit dem Saarbrücker Torschützen zum 2:0, Sebastian Jacob (Zweiter von rechts). FOTO: Andreas Schlichter
Völklingen. Der 1. FC Saarbrücken besiegt die SV Elversberg mit 2:0 und zeigt erstmals in dieser Saison eine vollends überzeugende Leistung. Von Patric Cordier

Den deutlichen Worten von Vereinspräsident Harmut Ostermann auch in Richtung Trainer ließ die Mannschaft entsprechende Taten folgen: Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken siegte am Samstag im Nachbarschaftsduell gegen die SV Elverberg verdient mit 2:0 (0:0). Vor 3203 Zuschauern im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion holten die Blau-Schwarzen damit nicht nur drei wichtige Punkte für die Tabelle, sie zeigten auch das erste, in Gänze überzeugende Spiel der bislang insgesamt enttäuschenden Saison. „Wir waren über die gesamte Spielzeit konzentriert“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner erleichtert: „Es war absolut verdient.“


Und es war ein Sieg, der durchaus Aspekte aufweist, die zu einem Wendepunkt in einer Saison führen können. So wurde unter der Woche über das Fehlen von Führungsspielern diskutiert. Lottner brachte mit dem wiedergenesenen Tobias Jänicke und Sebastian Jacob zwei neue, aber eben erfahrene Leute in die Startformation. Beide taten dem Spiel des FCS sehr gut. Den Stempel drückte ihm aber ein anderer auf: Fanol Perdedaj. Er gewann viele Zweikämpfe, dirigierte im Mittelfeld, kassierte zwar wegen Meckerns die fünfte Gelbe Karte, spielte aber viele kluge, weil vor allem einfache Pässe. Dass er seine Leistung mit dem 1:0 (47. Minute) krönte, war dem 27-Jährigen fast zu viel des Guten. „Ich treffe den Ball gut, aber wenn er nicht noch abgefälscht wird, ist er vielleicht nicht ganz unhaltbar“, sagte Perdedaj: „Aber es geht nicht um mich oder einzelne. Es geht um die Mannschaft. Und da haben wir heute eine Antwort gegeben.“

Roland Seitz und Rudi Thömmes geben FCS-Spieler Markus Mendler noch einen Klaps. Sie wissen: Der Platzverweis war nicht berechtigt.
Roland Seitz und Rudi Thömmes geben FCS-Spieler Markus Mendler noch einen Klaps. Sie wissen: Der Platzverweis war nicht berechtigt. FOTO: Andreas Schlichter


Besonders ab der 55. Minute. Denn da sah der schon gelb-vorbelastete Markus Mendler die Ampelkarte. Mendler war einem Pass von Manuel Zeitz hinterhergerannt, SVE-Torwart Frank Lehmann kam aus seinem Strafraum, um zu klären. „Als ich merke, dass ich nicht rankomme, versuche ich abzudrehen“, erzählte Mendler das Geschehene aus seiner Sicht: „Ich rutsche weg und in Lehmann hinein. Der Schiedsrichter sagt, er müsse mir da die Karte zeigen.“ Für viele im Stadion eine Fehleinschätzung – so wie der Elfmeterpfiff sieben Minuten später. Da kommt Lehmann zwar mit angezogenem Knie aus seinem Tor und trifft auch Manuel Zeitz, der Strafstoß war aber eher eine Konzessionsentscheidung. „Das Schlimmste für einen Schiedsrichter ist, wenn du einen Fehler mit einem anderen gutmachen willst“, sagte SVE-Trainer Roland Seitz: „Für mich war es weder Gelb-Rot noch Elfmeter.“

Schiedsrichter Timo Lämmle gab im Derby eine unglückliche Figur ab. Das sahen sowohl Elversberger wie auch Saarbrücker so.
Schiedsrichter Timo Lämmle gab im Derby eine unglückliche Figur ab. Das sahen sowohl Elversberger wie auch Saarbrücker so. FOTO: Thomas Wieck

Sebastian Jacob war es egal. Er schob den Ball eiskalt und frech in die Mitte zum 2:0-Endstand ein. „Einer muss ja die Verantwortung übernehmen. Ich habe im Training am Donnerstag schon einen Elfer reingemacht“, sagte Jacob, der rannte, kämpfte und spielte, bis der Akku nach 83 Minuten leer war: „Es war klar, dass es noch nicht für die volle Distanz reicht, aber es hat Bock gemacht.“ Dass Schiedsrichter Timo Lämmle ein klares Foul von Mike Eglseder an Jacob im Strafraum ungeahndet ließ (75.), war nur eine weitere strittige Szene, die der Schiedsrichter-Beobachter seiner langen Liste an diesem Tag hinzufügen musste.

Duell der Routiniers geht klar an den 1. FC Saarbrücken: Hier setzt sich Tobias Jänicke (rechts) gegen Lukas Kohler durch.
Duell der Routiniers geht klar an den 1. FC Saarbrücken: Hier setzt sich Tobias Jänicke (rechts) gegen Lukas Kohler durch. FOTO: Andreas Schlichter

Der FCS ließ keine aufschreibenswerte Möglichkeit mehr zu. Auch weil Lottner – anders als im ersten Aufstiegsspiel gegen 1860 München – kompakt im 4-4-1-System zu Ende spielen ließ. „Wir haben alles reingelegt, was wir konnten“, sagte Jacob: „Man hat von Anfang an gesehen, dass wir bissig waren, griffig in den Zweikämpfen. Das ist dann halt entscheidend, gerade in so einem Derby.“ Und nach der offenbar heilsamen Kopfwäsche vom obersten Chef vielleicht auch richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf. Der Abstand nach oben ist ja weiterhin überschaubar.