1. FC Saarbrücken im Spitzenspiel beim SV Waldhof Mannheim, Perdedaj fit

Bis zu 3000 FCS-Fans fahren mit : Das Gipfeltreffen elektrisiert alle

Zum Duell des 1. FC Saarbrücken bei Waldhof Mannheim werden über 12 000 Zuschauer erwartet. Alle FCS-Spieler sind fit.

Schwarz-blau gegen Blau-schwarz, Erster gegen Zweiter. Traditionsclub gegen Traditionsclub. Fans und Mannschaften sind vor dem Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen Tabellenführer SV Waldhof Mannheim und Verfolger 1. FC Saarbrücken an diesem Samstag um 14 Uhr im Carl-Benz-Stadion wie elektrisiert.

„Wir haben im Vorverkauf 1800 Karten abgesetzt und rechnen mit bis zu 3000 Fans, die uns begleiten“, sagt FCS-Sportdirektor Marcus Mann. Insgesamt werden über 12 000 Besucher erwartet, darum wurde auch die bislang gesperrte Otto-Siffling-Tribüne für die Waldhof-Fans geöffnet. „Erst wurde sie aus Sicherheitsgründen gestrichen, jetzt wird sie bei einem Hochsicherheitsspiel geöffnet. Darüber mache ich mir aber jetzt keine Gedanken mehr“, sagt Mann.

„Wir freuen uns auf ein friedliches sowie erfolgreiches Fußballfest“, hofft Waldhofs Geschäftsführer Markus Kompp. Wegen einer Baustelle im Stadionumfeld und umfangreicher Sicherheitskontrollen raten die Verantwortlichen zu einer frühzeitigen Anreise. Ein Entlastungszug startet um 9.56 Uhr am Saarbrücker Hauptbahnhof.

Auch wenn Waldhof-Trainer Bernhard Trares floskelt, „es gibt auch in diesem Spiel nur drei Punkte“ und sein Saarbrücker Kollege Dirk Lottner zuletzt nur von „einem von zwölf Endspielen“ für seine Mannschaft sprach, glaubt der in Saarlouis lebende Fußball-Experte Reiner Calmund: „Es ist ein Sechs-Punkte-Spiel, ein Nervenspiel. Wenn Saarbrücken nicht gewinnt, wird es schwer. Auch für die Moral.“

Mit einem Sieg könnte der FCS auf zwei Punkte an den Waldhof, der in den bisherigen 22 Spielen sportlich acht Zähler mehr geholt hat, heranrücken. Wegen der Fanausschreitungen im Aufstiegsspiel gegen den KFC Uerdingen wurden den Mannheimern aber drei Punkte abgezogen – was in der aktuellen Tabelle eingerechnet ist. Der Rechtsstreit um die Strafe dauert aber an. Sollte der SVW die Punkte am Ende doch behalten dürfen, könnte der Vorsprung am Samstag letztlich auf elf Zähler anwachsen. Das wäre bei dann noch elf ausstehenden Partien schon richtungweisend.

So liegt der größere Druck auf den Schultern der Saarländer. „Lottner war als Spieler ein Genie. Der konnte aus 20 Metern mit links eine Cola-Dose von der Latte schießen. 20 Mal hintereinander“, sagt Calmund, der beide Trainer viele Jahre lang kennt, „auch Trares ist ein echter Typ. Charakterlich stark – und er hat Ahnung von Fußball.“

Im FCS-Lager gab es Anfang der Woche Freude, dass die Schulterverletzung von Mittelfeldspieler Fanol Perdedaj, die er sich beim 4:0-Erfolg über Konkurrent TSV Steinbach zugezogen hat, nicht so schlimm war wie zunächst befürchtet. „Fanol ist ein kleiner Terrier, über den jeder froh ist, wenn man ihn in den eigenen Reihen hat“, sagt FCS-Innenverteidiger Steven Zellner, der Perdedaj 30 Minuten lang im Mittelfeld vertrat: „Ich fühle mich hinten wohler. Aber nicht nur deshalb freue ich mich, dass Fanol dabei sein wird.“

Damit hat Lottner vor dem Gipfeltreffen die Qual der Wahl. Endlich einmal stehen alle Spieler zur Verfügung. In die Karten schauen lässt sich der Kölner aber nicht, auch wenn er sagt: „Nach einem 4:0 über Steinbach gibt es wenig Gründe, etwas zu ändern.“

Die Gastgeber wollen eine gewisse Veränderung. „Beim Sieg in Freiburg hatten wir nicht so viel Ballbesitz“, sagt der Ex-Saarbrücker Marco Meyerhöfer, der sich in Mannheim zu einem Leistungsträger entwickelt hat, „wir konnten unser Kombinationsspiel nicht aufziehen. Das muss gegen Saarbücken besser werden, sodass wir wieder spielerische Lösungen finden und dadurch auch zu unseren Torchancen kommen.“ Wie man Mannheim knacken kann, verrät Lottner vor dem Spiel nicht – er sagt nur: „Waldhof ist eine extrem starke Auswärtsmannschaft. Wenn sie Probleme haben, dann zuhause.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung