1. FC Saarbrücken glaubt fest an Sieg gegen Ochsenhausen und Titelgewinn

Tischtennis : Der Glaube an den Meister-Coup ist da

Der Tischtennis-Bundesligist 1. FC Saarbrücken spielt an diesem Samstag in Frankfurt gegen Ochsenhausen um den nationalen Titel.

An diesem Samstag erwartet Frankfurt eine kleine saarländische Invasion. „Wir werden mit drei Fan-Bussen fahren. Dazu kommen nochmal 150 Anhänger, die mit dem Auto oder der Bahn anreisen“, berichtet der Teammanager des Tischtennis-Bundesligisten 1. FC Saarbrücken, Nicolas Barrois. Ziel der Kolonne ist die Fraport-Arena, wo um 15 Uhr das Endspiel um die deutsche Meisterschaft zwischen dem FCS und den TTF Ochsenhausen stattfindet. Die Mannschaft selbst reist am Freitag nach Frankfurt und wird vor Ort ihre letzte Trainingseinheit absolvieren.

„Das ist geil, dass uns so viele Leute unterstützen werden. Von mir daheim kommen auch nochmal 50 bis 60. Allein dafür brennt man schon“, sagt Patrick Franziska, der aus dem nahe Frankfurt gelegenen Bensheim stammt, voller Vorfreude. Nachdem ihm beim verlorenen Endspiel um den ETTU-Pokal gegen Hennebont eine Fuß- und Zehenverletzung schwer zu schaffen gemacht hatte, geht der Saarbrücker Topmann diesmal topfit ins nationale Finale.

„Alles gut“, antwortet der 26-Jährige auf die Frage nach seiner Gesundheit mit breitem Grinsen. Dass er am Dienstag „ein bisschen erkältet“ war, sei ebenfalls kein Problem. „Ich denke, Ochsenhausen ist Favorit. Die Spieler stehen im direkten Vergleich alle höher als wir in der Weltrangliste. Aber wir glauben an uns. Und wir haben ja auch schon gezeigt, dass wir gegen die gewinnen können“, erinnert Franziska selbstbewusst an den souveränen 3:0-Heimsieg der Saarbrücker gegen Ochsenhausen.

Dennoch sind die Oberschwaben, die die reguläre Bundesligasaison dominiert und im Januar auch den Pokal gewonnen haben, auf dem Papier favorisiert. Mit dem Weltranglistenachten Hugo Calderano bringt Ochsenhausen den nach Timo Boll (Platz sieben) bestplatzierten Spieler der Bundesliga an den Start. Simon Gauzy, der bei der kürzlich zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft sensationell den damaligen Weltranglistenzweiten Xu Xin besiegt hatte, belegt den 27. Platz im Klassement. Dazu kommen Stefan Fegerl und Jakub Dyjas, zwischen denen die Entscheidung fällt, wer am Samstag das dritte Einzel bestreitet. „Dyjas spielt zurzeit stark und hatte zuletzt gute Ergebnisse“, erwartet FCS-Tainer Slobodan Grujic den Polen auf gegnerischer Seite.

Taktisch ist laut Grujic am Samstag nicht viel zu machen: „Beide wissen, was zu erwarten ist. Da kann keiner den anderen überraschen.“ Der 45-Jährige vertraut auf die Stärke seiner Spieler, insbesondere auf den Weltranglisten-18. Franziska, den in dieser Saison mit Abstand besten Einzelspieler der Bundesliga. „Patrick hat mit 27:4 eine überragende Bilanz. Natürlich sind wir ein Stück weit abhängig von einem guten Franziska“, sagt Grujic und fügt lachend hinzu: „Ich hoffe, zwei Siege sind noch drin.“

Hinter Franziska wird Darko Jorgic voraussichtlich an Position zwei spielen. Der 19-Jährige, der seinen Vertrag in Saarbrücken gerade erst bis 2021 verlängert hat, hat in seiner ersten Saison für die Saarländer eine starke 15:9-Bilanz vorzuweisen und hat mit seinem Einzelsieg gegen Timo Boll im Playoff-Halbfinale gegen Borussia Düsseldorf ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. In der Weltrangliste hat er sich in diesem Zeitraum von Platz 69 auf 40 nach vorne gearbeitet.

„Darko kann schon jetzt an einem guten Tag jeden schlagen“, lobt sein Trainer den Nachwuchsmann. Der fühlt sich nach eigenen Worten „vor dem Endspiel ein bisschen nervös“, habe aber nach seiner überstandenen Grippe, die ihn gegen Hennebont geplagt hatte, „keine Probleme“. An wen am Samstag der dritte Einzelplatz in der FCS-Mannschaft gehen wird – Liao Cheng Ting oder Tomas Polansky – wird sich erst am Spieltag entscheiden. Tobias Rasmussen komplettiert als fünfter Mann den Saarbrücker Kader.

Von 2008 bis 2018 ging die deutsche Meisterschaft nur ein einziges nicht an Borussia Düsseldorf (2013 siegte Werder Bremen). In den Playoff-Endspielen 2012 und 2016 scheiterte auch der FCS am Überflieger aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Nachdem die Saarbrücker in diesem Jahr im Halbfinale Düsseldorf sensationell ausgeschaltet haben, ist der Hunger auf den Titel groß. „Wenn du im Endspiel stehst, willst du das Ding natürlich unbedingt gewinnen“, sagt Franziska. Und Kollege Jorgic fügt hinzu: „Wir werden alles dafür geben, dass der nächste deutsche Meister 1. FC Saarbrücken heißt.“

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