1. FC Saarbrücken gewinnt 4:3 beim Bahlinger SC, Rot für Perdedaj

Kostenpflichtiger Inhalt: Regionalliga Südwest : Saarbrücker Höllenritt am Kaiserstuhl

FCS gewinnt in Unterzahl 4:3 beim Bahlinger SC. Mittelfeldmotor Perdedaj fliegt erneut vom Platz.

Die Analyse des Trainers passte wie die Faust aufs auge. „Wir wussten, dass es ein enges Spiel werden kann“, sagte Dirk Lottner, Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken, nach dem 4:3 (3:2)-Erfolg bei Aufsteiger Bahlinger SC am Samstag: „Wir haben daraus ein heißes Spiel gemacht.“

Recht hatte er. Dabei lief es zunächst wie am Schnürchen für die Gäste, bei denen Christopher Schorch für den am Oberschenkel verletzten Steven Zellner und Mario Müller für José-Pierre Vungudica in die Startformation rotierten. Nach acht Minuten fand ein Freistoß von Fanol Perdedaj den Kopf von Kapitän Manuel Zeitz, von wo der Ball neben dem zweiten Pfosten einschlug. Bahlingens Torwart Dennis Müller sah beim 0:1 nicht gut, beim 0:2 (14.) sogar ganz schlecht aus. Zeitz‘ Schuss aus 24 Metern war zwar platziert, aber doch nicht wirklich hart geschossen.

Auch beim 0:3 war Zeitz Wegbereiter. Sebastian Jacob öffnete den Raum, Fabian Eisele brachte den Ball zurück, und weil Bahlingen keine Gegenwehr leistete, traf der Saarlouiser Jacob zum zehnten Mal in dieser Spielzeit (23.). Es schien ein munteres Scheibenschießen zu werden. „Es sah souverän aus, wir haben aus drei Chancen drei Tore gemacht“, sagte Zeitz, „danach wurde das Spiel wild. Dass wir das Spiel aus der Hand geben und dann noch zu zehnt spielen, darf nicht passieren.“

Erst verursachte Anthony Barylla einen unnötigen Strafstoß, den Erich Sautner zum 1:2 (25.) nutzte. „Ich wusste, was dann kommt. Genau darum war ich auch so sauer beim Elfer. Wir müssen einfach souveräner bleiben“, ärgerte sich FCS-Schlussmann Daniel Batz über die Fahrlässigkeit einiger Kollegen. Bahlingens Santiago Fischer blieb im Anschluss an eine Ecke so dermaßen unbehelligt, dass er mühelos das 2:3 (33.) markieren konnte.

Viel mehr Einsatz – und schließlich zu viel – zeigte Perdedaj vier Minuten später. Im Anschluss an ein Foul von Zeitz entspann sich zunächst ein Wortgefecht mit Bahlingens Shqipon Bektasi, in dessen Verlauf der Saarbrücker seinen Gegner wohl am Hals packte. Wer da zuvor was zum Teil auf Albanisch zum Besten gegeben hat, muss nun das Sportgericht einordnen. Der Platzverweis für Perdedaj war der zweite innerhalb von vier Wochen. „Wir werden das intern besprechen“, war Lottner angefressen darüber, dass ihm einer seiner wichtigsten Mittelfeldstrategen nun in den bedeutsamen Spielen gegen Offenbach, Elversberg und Homburg fehlen dürfte, „es geht nicht, dass man sich zwei Mal innerhalb so kurzer Zeit so nicht im Griff hat.“

Nach dem 3:3 (64.) – ein wunderschöner Dropkick von Sautner – schien Bahlingen das Spiel im Griff zu haben. Schien – denn der Spitzenreiter antwortete eiskalt keine 60 Sekunden später mit einem Konter durch Gillian Jurcher zum 4:3 und geriet danach nur noch ein Mal in Bedrängnis: Der überragende Sautner traf in der Nachspielzeit nur die Querlatte. Fast 800 mitgereiste FCS-Fans unter den 1612 Zuschauern feierten einen aufgrund der kämpferischen Leistung sicher nicht unverdienten Auswärtssieg.

Die Sarländer bauten nach dem 1:1 von Verfolger TSV Steinbach gegen Aufsteiger RW Koblenz den Vorsprung auf nun sieben Zähler aus. Dementsprechend lobte Kapitän Zeitz die Moral beim „Höllenritt“: „Wenn eine Mannschaft nach 3:0-Führung das 3:3 bekommt und dann in Unterzahl das 4:3 macht, ist das ein deutliches Signal.“

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