1. FC Saarbrücken empfängt im DFB-Pokal Zweitligist Jahn Regensburg

DFB-Pokal : Vorfreude ja, aber kein Pokalfieber

Regionalligist 1. FC Saarbrücken empfängt am Sonntag Zweitligist Jahn Regensburg und erwartet 5500 Zuschauer.

Die Vorfreude auf ein Spiel außerhalb des Üblichen ist da, echtes Pokalfieber kann man bei Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken vor der ersten Runde im DFB-Pokal allerdings nicht verspüren. Vielleicht ist Zweitligist Jahn Regensburg, der an diesem Sonntag um 15.30 Uhr im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion zu Gast sein wird, dafür schlichtweg nicht der richtige Gegner.

„Die Möglichkeit zu gewinnen ist gegen Regensburg sicher höher als gegen Bayern München oder Borussia Dortmund“, sagt Steven Zellner zum sportlich schwierigen und wirtschaftlich nicht so attraktiven Zweitligisten, gegen den sich der FCS-Abwehrchef durchaus Chancen ausrechnet: „Ich habe manchmal das Gefühl, dass man in der 2. Liga oft mehr Zeit hat, etwas mit dem Ball anzufangen, als in der Regionalliga.“

Die Haupttribüne ist ausverkauft – auch die 50 Karten, die die Gäste zurückgeschickt hatten, sind weg. Insgesamt rechnet der FCS mit 5500 Besuchern, die auf eine Überraschung hoffen dürfen. Schließlich ist Regensburg bei 21 Teilnahmen im DFB-Pokal 16 Mal in der ersten Runde ausgeschieden. Im letzten Jahr war Oberligist Chemie Leipzig beim 1:2 die frühe Endstation. „Wir unterschätzen den Gegner auf keinen Fall, fahren mit dem Ziel dorthin, eine Runde weiterzukommen“, sagt Jahn-Angreifer Erik Wekesser, der in der letzten Saison noch im Trikot von Astoria Walldorf den FCS hautnah erleben konnte: „Es ist ein spielstarker Gegner, der uns alles abverlangen wird.“

Wekesser fehlte zuletzt angeschlagen – wie Saarbrückens Angreifer Sebastian Jacob. Den hat man beim 2:0 gegen den TSV Steinbach schmerzlich vermisst. „Unser Problem gegen Steinbach war nicht die Defensive. Wir haben in der Offensive nicht ein Mal einen Ball festgemacht, konnten uns nicht ein Mal durchsetzen. Da müssen wir mehr investieren“, sagt FCS-Trainer Dirk Lottner, der die Rückkehr von Jacob nicht ausschließt: „Wir müssen abwarten, wie das Training läuft. Dann müssen wir entscheiden, ob es nach einer Woche Pause Sinn macht.“

Ähnlich wie Steinbach wird Regensburg den FCS wohl früh attackieren. „Regensburg steht gut in den Räumen, hat ein gutes Gespür für den richtigen Moment für die Balleroberung“, sagt der FCS-Trainer: „Und Regensburg ist ein Beispiel, wie man mit bescheideneren Mitteln viel erreichen kann. Das ist eine Mannschaft ohne Topspieler, die aus dem Kollektiv besticht.“

Lottner will trotz bevorstehender englischer Woche die stärkstmögliche Mannschaft aufbieten. „Wir sind nicht monatelang über die Dörfer getingelt, um dann abzuschenken“, sagt der Kölner: „Wir wollen Regensburg ärgern und den Willen haben, das Spiel gewinnen zu können. Was am Mittwoch gegen den FSV Frankfurt passiert, entscheidet sich dann. Ich werde nicht darauf achten, ob der ein oder andere in den ersten beiden Wochen nicht so zum Zug kam.“ Im Tor soll Daniel Batz sein DFB-Pokal-Debüt feiern.

175 500 Euro an Fernseh- und Vermarktungs-Geldern gibt es für beide Mannschaften, bei einem Weiterkommen sind 351 000 Euro garantiert. Das Erreichen des Achtelfinals – wie 2013, als der FCS gegen Borussia Dortmund spielen durfte – würde in dieser Spielzeit sicher 702 000 Euro in die Kassen spülen. Und spätestens da würden sie dann doch irgendwie beginnen, die Saarbrücker Pokal-Träume.

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