1. FC Saarbrücken begrüßt 2500 Fans zur Saisoneröffnung im FC-Sportfeld

Regionalliga Südwest : Ein Mittelfeld, das beeindruckt

Der 1. FC Saarbrücken demonstriert beim 7:0 gegen Bad Mondorf gute Frühform. Am Freitag beim FK Pirmasens wird es erstmals ernst.

Die Saisoneröffnungsfeier beim Titelfavoriten der Fußball-Regionalliga Südwest hatte so ihre Gänsehautmomente: Als der alte und neue Kapitän Manuel Zeitz das Vereinslied anstimmte oder zuvor die Fans das „Saarbrücken FCS“ sangen. Den größten Applaus bei der Vorstellung von Mannschaft und Funktionsteam am vergangenen Samstag im FC-Sportfeld ernteten Eigengewächs Lukas Quirin und Zeugwart Rüdiger Schmidt.

Auch Ex-Sorgenkind Gillian Jurcher wurde sehr herzlich begrüßt. Der Stürmer nahm die Zuneigungsbekundung aber zumindest äußerlich ungerührt entgegen. „2500 Zuschauer bei der Eröffnung – das ist eine Ansage“, meinte auch der Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FC Saarbrücken, Frank Hälsig.

Die Aussagekraft des folgenden 7:0 (3:0) über den luxemburgischen Erstligisten US Bad Mondorf muss dagegen eher in Verbindung mit der 3:4-Niederlage gegen den Zweitligisten SV Sandhausen eingeordnet werden. Denn Bad Mondorf hatte allenfalls Saarlandliga-Niveau. Der FCS begann enorm druckvoll. Spielmacher Markus Mendler eröffnete den Torreigen nach vier Minuten, führte stark Regie und leitete das 3:0 (32.) durch Fabian Eisele glänzend ein. Kurz zuvor hatte Sebastian Jacob nach Vorarbeit von Jayson Breitenbach und unter Mithilfe von Gästetorwart Koray Ozcan das 2:0 markiert.

Doch während Jacob und Eisele sehr gute Karten haben, von FCS-Trainer Dirk Lottner beim Saisonauftakt-Spiel am kommenden Freitag beim FK Pirmasens (Anstoß 19 Uhr, Sportpark Husterhöhe) in die Startelf beordert zu werden, ist der Einsatz des starken Mendler noch offen. Denn nach der Pause begeisterte der eingewechselte Timm Golley auf der Spielmacherposition. Erst markierte er die Treffer vier und fünf (51., 54.) selbst und bereitete dann das 6:0 (63.) durch Mergim Fejzullahu und das 7:0 (88.) durch Tobias Jänicke geradezu brillant vor. „Am Ende entscheidet der Trainer, wer spielt“, stellte Golley fest, der schon vor der Partie von 16 oder 17 Startelfkandidaten gesprochen hatte.

Ramon Castellucci im FCS-Tor wurde selten gefordert, wird aber Daniel Batz vorerst nicht von der Nummer eins verdrängen können. Trotz der vier Gegentore gegen Sandhausen ist Batz in bestechender Frühform. Gleiches gilt für Boné Uaferro und Abwehrchef Steven Zellner. Wer der dritte Mann in der Kette wird, machen wohl Anthony Barylla – er hatte gegen Sandhausen etliche Probleme – und Christopher Schorsch – er ist körperlich noch nicht bei 100 Prozent – unter sich aus. Im Mittelfeld machen vor allem Kianz Froese, aber auch der junge Rasim Bulic Druck auf die Platzhirsche Zeitz und Fanol Perdedaj.

Schlüssel des FCS-Spiels ist das variable Mittelfeld-Dreieck der beiden Sechser mit dem Spielmacher. Gelingt das, kann man jeden Gegner der Liga überollen. Sandhausen deckte aber auch die Achillesferse des Systems auf: Sind die beiden Außen bereits aufgerückt und wird der Ball dann im Spielaufbau verloren, ist es schwer, die Situation zu verteidigen – drei der vier Treffer des Zweitligisten waren so entstanden.

Dennoch: Der FCS scheint gerüstet, auch wenn man nicht alle Karten auf den Tisch legen musste. „Die Anforderungen im Liga-Betrieb sind sicher andere“, sagte Mario Müller, „wir werden sicher auch noch zwei, drei Pflichtspiele brauchen, um zu der Mannschaft zu werden, die wir sein wollen.“ Nämlich einer, die nicht nur Meister werden kann, sondern auch aufsteigen wird.

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