1. FC Saarbrücken baut Tabellenführung mit dem 2:1 gegen den SSV Ulm aus

Kostenpflichtiger Inhalt: FCS siegt 2:1 gegen Ulm : Mehr wert als nur drei Punkte

1. FC Saarbrücken baut mit dem 2:1 gegen Ulm – davon 25 Minuten zu zehnt – Tabellenführung in der Regionalliga aus.

Der 1. FC Saarbrücken besiegte am Samstag den SSV Ulm mit 2:1 (2:0), doch der Erfolg könnte für das Titelrennen in der Fußball-Regionalliga Südwest sehr viel wertvoller sein als die drei Punkte, die die Saarländer damit zwischen sich und den derzeit einzigen Verfolger TSV Steinbach Haiger gelegt haben. „Das war schon eine geile Nummer“, sagte FCS-Kapitän Manuel Zeitz nach dem Schlusspfiff, „nach der Roten Karte hat jeder drei Schippen draufgelegt, jeder ist für den anderen in den Zweikampf gegangen. Wir haben uns in alles reingeworfen. Das gibt sicher einen weiteren Schub für den ohnehin schon großen Zusammenhalt.“

Fanol Perdedaj musste nach 67 Minuten und einer verbalen Entgleisung in Richtung Schiedsrichter Timo Wlodarczak das Feld verlassen. Der Saarbrücker Mittelfeldspieler tat dies allerdings so aufreizend langsam, dass dies sicher nicht strafmildernd wirken wird. Der FCS führte zu diesem Zeitpunkt mit 2:1. 2811 Zuschauer im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion hatten eine bärenstarke erste Halbzeit der Hausherren gesehen. Nach 13 Minuten und einer gefühlvollen Flanke von Tobias Jänicke hatte der eifrige Gillian Jurcher den FCS in Führung gebracht. In der 34. Minute nutzte Anthony Barylla die Unordnung der Ulmer Hintermannschaft nach einem Eckstoß – das 2:0 war Baryllas erster Treffer für den FCS

„Wir hatten uns vor der Partie vorgenommen, uns nicht nur auf unsere fußballerischen Qualitäten zu verlassen“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner, „wir müssen Fußball auch wieder arbeiten.“ Der Spagat gelang, wenn auch die Gäste mit einem Pfostentreffer von Haris Hyseni (29.) ihre Gefährlichkeit andeuteten.

„In der zweiten Hälfte hat Ulm uns dann früh angelaufen, früh gepresst und damit versucht, zu Fehlern zu zwingen“, analysierte Lottner. Der unterlief ausgerechnet Zeitz. Dessen Fehlpass steckte Vinko Sapina sofort durch auf Albano Gashi, der dem starken Daniel Batz im FCS-Tor keine Abwehrchance ließ. Das 1:2 war aber kein Schock für den Tabellenführer. Im Gegenteil. Torjäger Sebastian Jacob hatte binnen 60 Sekunden gleich zweimal die Möglichkeit, den alten Abstand wieder herzustellen, scheiterte zweimal aber am ebenfalls ausgezeichneten Torwart Christian Ortag (64.).

Dann musste Perdedaj runter – und Trainer Lottner zeigte, dass er aus eigenen Fehlern lernen kann. Denn anders als im ersten Relegationsspiel gegen 1860 München 2018, als er in Unterzahl ein 4-3-2-System spielen ließ, das den Gegner zum Siegtreffer geradezu einlud, sorgte er diesmal mit einem 4-4-1 für die notwendige Stabilität. „Fußball ist halt manchmal nur verteidigen“, sagte Abwehrspieler Mario Müller, einer der stärksten Blau-Schwarzen.

Nur einmal geriet der Sieg noch in Gefahr. Nach einem fahrlässigen Ballverlust des eingewechselten Markus Mendler köpfte Ardian Morina an die Querlatte (90.+2). „Wir hatten in ein, zwei Situationen Dusel“, räumte Lottner ein, „aber die Mannschaft hat mit Leidenschaft gearbeitet. Jeder wollte diesen Sieg. Die Spieler, jeder auf der Bank, die Fans – so muss das sein. Bei solchen Spielen auf Messers Schneide musst du von einer solchen Welle getragen werden. Ich bin sehr zufrieden, wie wir uns da heute reingekniet haben. Das ist der Weg, den wir weiter gehen müssen.“ Und darum war der Sieg vermutich mehr Wert als die drei Punkte.