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1:0 für die „Regionalisierung“

Da kann der Ulmer Torwart Kevin Birk nur noch machtlos zuschauen: Patrick Schmidt schiebt zum späten 1:0-Siegtreffer für den 1. FC Saarbrücken ein. Foto: Schlichter
Da kann der Ulmer Torwart Kevin Birk nur noch machtlos zuschauen: Patrick Schmidt schiebt zum späten 1:0-Siegtreffer für den 1. FC Saarbrücken ein. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Völklingen. Mit einem Tor fünf Minuten vor dem Ende hat Stürmer Patrick Schmidt den 1. FC Saarbrücken erlöst. Die Vorlage zum 1:0 gegen Ulm gab einer, der vergangene Saison nicht oft spielen durfte. Der FCS muss aber noch an vielen Punkten arbeiten. Patric Cordier

Der 1. FC Saarbrücken ist am Samstag mit dem späten 1:0 (0:0) gegen den SSV Ulm verheißungsvoll in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Südwest gestartet. Und das auch, weil die propagierte "Regionalisierung" des Kaders funktionierte: In der 83. Minute holte FCS-Trainer Dirk Lottner den müde gewordenen defensiven Mittelfeldspieler Marco Holz vom Feld und brachte positionsgetreu Jordan Steiner. Manch einer der knapp 5000 Zuschauer im Hermann-Neuberger-Stadion hätte sich beim Stande von 0:0 einen offensiveren Wechsel gewünscht.


Doch Lottner und der Lothringer hatten das notwendige Glück. Steiner, der vor einem Jahr aus der FCS-Jugend kam, dann aber trotz guter Trainingsleistung wegen der Ausländerregelung und der Bevorzugung von Spielern wie Solomon Okoronkwo, Filip Luksik oder Hassan Amin sehr wenig Spielzeit bekam, war Wegbereiter des Erfolgs. "Ich habe gesehen, dass Kevin Behrens startet, und habe einfach in die Gasse gespielt", schilderte Steiner seine erste Aktion im Spiel, "das Tor und den Sieg hatten wir uns verdient."

Behrens legte selbst in guter Schussposition uneigennützig auf den noch besser stehenden Saarländer Patrick Schmidt quer - nach dessen 1:0 (85.) brachen alle Dämme.



"Der Sieg ist ganz wichtig für uns alle. Die Fans stehen hinter uns", freute sich Rückkehrer Schmidt, "in der zweiten Hälfte haben wir Ulm unseren Stiefel aufgedrückt. Aber wir haben auch gesehen, dass wir in dieser Liga nichts geschenkt bekommen." Denn Ulm hatte in der ersten Hälfte die besseren Chancen. Der Ex-Saarbrücker Thomas Rathgeber scheiterte zunächst am Außennetz (2.), dann gleich zwei Mal am reflexartig reagierenden FCS-Torwart David Salfeld (12.).

Aufregung gab es im ersten Durchgang auch um den schwachen Schiedsrichter Marcel Göpferich. Erst bewertete er ein stark Notbremse-verdächtiges Foul des Saarbrückers Dominic Rau an David Braig nur gelbwürdig (32.). Selbst Lottner räumte ein: "Es gibt Schiedsrichter, die da Rot ziehen." Dann übersah Göpferich eine klare Tätlichkeit des Ex-Saarbrückers Christian Sauter gegen Schmidt (40.).

Doch auch der FCS machte Fehler - vor allem im Abschluss. Neuzugang Markus Mendler brachte den Ball zwei Mal freistehend nicht über die Linie (9., 32.). "Wir hatten zu wenig Präsenz in den Zweikämpfen und waren nicht mutig genug", ärgerte sich Lottner über die erste Hälfte, "wir haben oft Bälle ohne Adresse einfach nur vors Tor gespielt. Aber das liegt auch am Selbstvertrauen, und das können wir uns nur über gewonnene Spiele holen." Weitergearbeitet werden muss an der defensiven Abstimmung wie am letzten Pass in den Strafraum und den bislang wenig gefährlichen Standardsituationen. Dennoch: Es war ein Auftakt, der den Fans Hoffnung machte. Auch wegen der Spieler aus der Region.