0815-Fragen und 0815-Antworten

Luxemburg · Tennis-Profi Caroline Wozniacki aus Dänemark startet heute in die Luxemburg Open. Die an Nummer eins gesetzte Weltranglisten-Neunte trifft in der ersten Runde auf die Luxemburgerin Mandy Minella.

Wenn einem vor dem Interview die meisten Fragen mit einem Satz gestrichen werden, bleibt Leere. "Nur Fragen zum Sport oder zum Turnier", hieß es vor dem Treffen mit Tennis-Spielerin Caroline Wozniacki, die heute bei den Luxemburg Open in Runde eins auf die Luxemburgerin Mandy Minella trifft. So blieben fast nur gewöhnliche Fragen an die Dänin - und die dazu passenden mindestens ebenso gewöhnlichen Antworten. Dabei war sie es, die schon einmal eine Pressekonferenz auf den Kopf stellte, jene Fragen vorwegnahm und deren 0815-Antworten herunterleierte. Anschließend bat sie die Journalisten, doch mal "weniger langweilige Fragen" zu stellen.

Natürlich wiederholen sich Fragen immer wieder und man kennt sinngemäß schon die Antworten: Dass es schön sei, wieder in Luxemburg anzutreten. Dass sie an das WTA-Turnier nach ihrer Finalteilnahme 2008 gute Erinnerungen habe, wie die an Nummer Eins gesetzte Wozniacki betont. Und dass sie 2013 großartige, aber auch weniger gute Turniere gespielt habe. Eigentlich schade, denn gerade Wozniacki, scheint eine Spielerin zu sein, die auf und neben dem Platz für jeden Spaß zu haben ist. Mal stopft sie sich während eines Spiels ein Handtuch unter ihr T-Shirt und eines unter ihren Rock, mal versucht sie hinter dem Rücken einer Kollegin, die gerade interviewt wird, einen Luftballon zum Platzen zu bringen.

So viele Fragen, die so weit weg vom üblichen Frage-Antwort-Spiel sind: Ob sie es schon geschafft hat, wieder Klavier zu spielen. Wie sie dazu kam, letztes Jahr einen Popsong zu veröffentlichen. Ob sie immer noch so gerne backt. Oder ob sie auf Grund ihres frühen Karrierestarts jemals das Gefühl hatte, etwas zu verpassen.

Die Tochter eines Fußball-Spielers und einer Volleyball-Spielerin ist seit ihrem 15. Lebensjahr Tennis-Profi. Fünf Jahre später war sie die Nummer eins im Tennis und 67 Wochen nicht von ihrem Thron zu stürzen. "Das ist schon ganz schön verrückt, wenn man seine Ziele so früh erreicht", sagt die Dänin bescheiden. Seitdem gehörte sie im Grunde ständig zu den besten Zehn der Welt.

Zufrieden wirkte Wozniacki gestern im Sportcenter in Kockelscheuer trotzdem nicht. Denn ihr großes Ziel hat sie diese Saison höchstwahrscheinlich verpasst. "Nach Istanbul wollen alle", sagte die 23-Jährige, ohne die Hoffnung auf das WTA-Jahresfinale am Bosporus abgeschrieben zu haben - auch wenn es für die Top-Favoritin in Luxemburg wie auch für die an zwei gesetzte Sloane Stephens (USA) nur um die Ersatzplätze geht. Denn das letzte Ticket für die WTA-Weltmeisterschaft der besten acht Spielerinnen dieser Saison hat sich Angelique Kerber gesichert.

Vielleicht wirkt die Weltranglisten-Neunte aus Dänemark deshalb so angespannt, oder vielmehr sehr fokussiert auf ihr vielleicht letztes Turnier in dieser Saison. Wozniacki ist eben eine Sportlerin, ein Profi, und als solche will sie die Antworten auf alle Fragen auf dem Platz geben.

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Auf einen BlickNach dem Ausscheiden der Saarländerinnen Kristina Barrois und Katharina Hobgarski in der Einzel-Qualifikation der Luxemburg Open spielt Barrois heute um 15 Uhr im Doppel mit der Französin Laura Thorpe gegen die Kroatin Darija Jurak und Renata Voracova aus Tschechien. Im Einzel sind noch mindestens drei deutsche Spielerinnen im Hauptfeld vertreten: Heute um 11 Uhr trifft Mona Barthel im Sportcenter in Kockelscheuer auf Stefanie Vögele aus der Schweiz. Sabine Lisicki spielt abends ihre Erstrunden-Partie gegen die Kroatin Donna Vekic. Andrea Petkovic wird morgen gegen Eugenie Bouchard aus Kanada um den Einzug in die Runde zwei kämpfen. Anika Beck spielte gestern Abend gegen Tvsetana Pironkova aus Bulgarien. Die Partie war bei Redaktionsschluss nicht beendet. aub

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