Streik der Schiedsrichter: Nach Saarland nun Berlin

Nach brutalen Übergriffen : Streik der Schiris im Saarland zieht Kreise bis nach Berlin

Mit drastischen Worten haben nun auch die Unparteiischen in der Bundeshauptstadt ihren Ausstand begründet.

Wenige Wochen nach dem Streik der Schiedsrichter im Saarland haben deren Kollegen in Berlin am vergangenen Wochenende (25./26./27. Oktober) ebenfalls nicht gepfiffen. Die Amateurschiedsrichter wollten damit auf die gewalttätigen Übergriffe auf Kollegen der vergangenen Wochen aufmerksam machen. Diese hatten in der aktuellen Saison nach Angaben von Ralf Kisting enorm zugenommen.

Wie der Berliner Schiedsrichtersprecher im Deutschlandfunk sagte, zählte der Berliner Fußballverband seitdem 109 Fälle von Gewalt und Diskriminierung. 53 Mal seien Unparteiische als Opfer zu beklagen. Demnach habe sich ein Kollege nach Angriffen durch Fußballer in seine Kabine flüchten müssen. Zwar hätten die Schiris darauf wiederholt hingewiesen. „Wir haben damit jedoch bei Funktionären und Verbänden nicht das Gehör gefunden, dass wir uns erhofft haben“, sagte Kisting dem Kölner Sender. Mit dem Streik blieben die Fußballplätze in Berlin daraufhin leer.

Ähnlich war es im Saarland vom 13. bis 15 September abgelaufen. Damals hatte kurz zuvor ein brutaler Angriff auf einen Schiedsrichter in Merzig-Brotdorf den Streik ausgelöst. Der Saarländische Fußballverband (SFV) sagte nach dem Streikaufruf alle Spiele ab und setzte Nachholtermine an.

Der angegriffene Schiedsrichter in Merzig hatte im Krankenhaus stationär versorgt werden müssen. Jetzt sagte der Berliner Vertreter im Rundfunk: „Es darf nicht den ersten toten Schiedsrichter in Deutschland geben“, bevor sich etwas ändere. Auch in anderen Verbänden deutschlandweit warnen Schiedsrichter vor zunehmender Gewalt auf dem Spielfeld und am Rand. Daran sind sowohl Spieler als auch Zuschauer beteiligt. In dem Merziger Fall soll der Vater eines C-Junioren-Kickers zugeschlagen haben.

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