Witold Banka neuer Präsident der WADA. Russland streitet Manipulationen ab

Neuer WADA-Präsident gewählt : Banka neuer Wada-Präsident, Russland dementiert Vorwürfe

Der polnische Sportminister Witold Banka ist am Donnerstag in Kattowitz zum neuen Präsidenten der Welt-Anti-Doping-Agentur gewählt worden und tritt damit ab dem 1. Januar 2020 die Nachfolge des Schotten Craig Reedie an.

Vizepräsidentin wird die zweimalige Shorttrack-Olympiasiegerin Yang Yang aus China. Der 35-Jährige ist nach Richard Pound (Kanada), John Fahey (Australien) und Reedie der vierte Präsident der 1999 gegründeten Organisation.

„Ich werde mein Bestes geben, um die sauberen Athleten zu schützen und das Anti-Doping-System zu verbessern. Demut und harte Arbeit – diese Werte werden mich als Wada-Präsident leiten“, sagte Banka, der im Mai als einziger Kandidat nominiert worden war. Banka will mit einem Solidaritätsfonds die Anti-Doping-Arbeit in ärmeren Ländern stärken. Finanziert werden soll dies auch durch die Unterstützung von Sponsoren aus der Wirtschaft. „Ich werde hart dafür arbeiten, dass die Zahl der Länder oder Sportarten, in denen es schwache oder gar keine Anti-Doping-Programme gibt, so gering wie möglich ist“, sagte Banka.

Zunächst ist Banka aber im Russland-Skandal gefordert. Derzeit steht noch die Entscheidung über mögliche Sanktionen gegen die russische Anti-Doping-Agentur Rusada aus. Die in Verruf geratene Sport-Großmacht stritt jedoch am Donnerstag jegliche Manipulationen in der Daten-Affäre vehement ab. „Unsere Experten sagen, dass nichts gelöscht worden ist. Die Manipulationen, von denen der Rusada-Chef Juri Ganus spricht, gab es nicht“, sagte Russlands Sportminister Pawel Kolobkow. Von einem drohenden Olympia-Aus wollte er nichts wissen.

Ebenfalls beschlossen wurde in Kattowitz die ab 2021 gültige Fassung des Welt-Anti-Doping-Codes. Das seit 2003 bestehende Grundgesetz des globalen Anti-Doping-Kampfes wurde in mehreren Punkten überarbeitet. So können unter anderem Sanktionen bei Verstößen mit sogenannten "Substances of abuse" (wie Betäubungs- und Rauschmittel, Drogen) flexibler und weniger hart gehandhabt werden.

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