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Nzeochas Titelfluch hält auch im Super Bowl an

American Football : Nzeochas Titelfluch hält auch im Super Bowl an

Der 30-Jährige aus Rothenburg ob der Tauber verliert das NFL-Finale mit den San Francisco 49ers und ist tief enttäuscht.

Die ganz große Super-Bowl-Sause ist für den deutschen Football-Profi Mark Nzeocha genauso ausgeblieben wie der so sehr ersehnte erste Titel überhaupt in seiner Laufbahn. Der 30-Jährige aus dem fränkischen Rothenburg ob der Tauber verpasste mit den San Francisco 49ers durch das 20:31 gegen die Kansas City Chiefs in der Nacht zu Montag den wichtigsten Titel der Welt – und muss weiter auf seine erste Trophäe warten.

„Mark war drei Jahre bei uns beim Flag Football – wir wurden in den fünf Jahren davor bayerischer Meister, dann kam Mark, dann haben wir nicht gewonnen. Und als er weg war, haben wir wieder zwei Titel geholt“, erzählte Nzeochas Jugendtrainer Philipp Kimmelmann von den Franken Knights. Dies habe natürlich nichts mit der Qualität Nzeochas zu tun, betonte der Trainer der Knights, die anlässlich der Teilnahme ihres Ex-Spielers eine große Party in Rothenburg veranstalteten. „Wir stehen als ganzer Verein dahinter und sind total stolz. Es soll jeder wissen, dass er bei uns angefangen hat. Wir haben es ihm in die Wiege gelegt, dass er beim Football bleibt“, sagte Kimmelmann.

Nzeochas Bruder Eric, der in der Jugend in Franken und im College in Wyoming mit dem heutigen Profi spielte, hatte schon in der Vorwoche gesagt: „Wir hatten noch nie das Championship-Gefühl. Wir waren öfters mal knapp dran.“ So war es im Super Bowl 2020 wieder.

Wie versteinert stand Nzeocha beim größten Einzelsportereignis der Welt am Seitenrand und trauerte der Chance nach, als erst dritter Deutscher den Super Bowl zu gewinnen. Nur Sebastian Vollmer (2015 und 2017) und Markus Koch (1988 und 1992) holten bislang den begehrten Ring für den NFL-Sieger. Und mit Nzeocha weinte auch seine Familie. Die 13 Tickets, die jeder Spieler für die Partie im Hard Rock Stadium kaufen durfte, gingen an seine Eltern, Frau Taylor mit Sohn Cameron James, seine drei Brüder und Freunde. Stolzer Stück­preis: 2900 US-Dollar – selbst für sein knapp neun Monate altes Söhnchen. „Es war wirklich bitter. Wir waren so nah dran. Ich bin enttäuscht und niedergeschlagen“, sagte Nzeocha nach der Partie.