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Tennisprofi Andrea Petkovic will in den Journalismus wechseln

French Open in Paris : Noch spielt Petkovic – aber sie entdeckt die andere Seite

Die deutsche Tennisspielerin, die in Paris um den Einzug ins Achtelfinale kämpft, liebäugelt mit dem Wechsel in den Journalismus.

Es ist schon etwas überraschend, dass Andrea Petkovic noch da ist. Dass sie nun die dritte Runde der French Open spielen wird. Und nicht etwa Angelique Kerber. Oder Julia Görges. Nein, es ist Petkovic (31), die als einzige der sieben deutschen Frauen noch auf die Anlage am Bois de Boulogne kommen kann. Und sie glaubt, dass das noch eine Weile so bleiben könnte.

"Ich traue mir das zu", sagte Petkovic nach ihrem schwer erkämpften 4:6, 6:3, 8:6 gegen die Taiwanerin Hsieh Su-Wei, als Nummer 25 der Weltrangliste fürwahr keine Laufkundschaft. Sie traut sich zu, noch einen Schritt weiterzugehen. Ihre nächste Gegnerin heißt Ashleigh Barty (Australien) und ist Achte der Weltrangliste, aber Petkovic, auf Position 69 geführt, juckt das nicht.

Es ist überraschend, dass Petkovic überhaupt noch spielt. Verletzungen, Formkrisen, depressive Verstimmungen – es gibt so gut wie nichts, was sie ausgelassen hat in ihrer Karriere. Nun aber traut sie sich wieder Siege zu wie gegen Barty, auch, weil sie gegen eine Gegnerin wie Hsieh in den entscheidenden Momenten "mentale Stärke gezeigt" hat. Es schadet auch nicht, dass Petkovic weiter einen unbändigen Siegeswillen hat.

Davon abgesehen ist es überraschend, dass Petkovic überhaupt noch Zeit findet, Tennis zu spielen. Sie hat unter anderem, aber vor allem das Schreiben für sich entdeckt. Sie verfasste eine Kolumne für das Magazin der Süddeutschen Zeitung – passender Titel: "30-Love". Für die Sonntagszeitung der Frankfurter Allgemeinen schrieb sie zuletzt über den Rücktritt von Dirk Nowitzki oder über Serena Williams, für das tennis-Magazin über Steffi Graf. Petkovic schreibt außerdem nach wie vor an einer Art "künstlerischer Biographie". Im vergangenen Herbst hat sie sich dafür über Wochen nach New York zurückgezogen. Drei Stunden pro Tag schrieb sie. Das Werk soll im Herbst 2020 erscheinen. Niemand sollte außerdem überrascht sein, wenn Petkovic bald auch auf der anderen Seite der Fernsehkameras auftaucht. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wird sie künftig beim ZDF sonntags eine Sportsendung moderieren.