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Tennisprofi Alexander Zverev genießt beste Bedingungen in der Corona-Krise

Tennisprofi trainiert in Florida : Zverev genießt beste Bedingungen in der Krise

Der deutsche Tennisprofi arbeitet in seiner Wahlheimat Florida im Familienkreis "extrem hart" an der Wachablösung an der Spitze.

Es könnte schlimmer sein, viel schlimmer. Zwar fühlt sich Alexander Zverev auf seinem Weg an die Spitze von der Corona-Krise „ausgebremst“, jammern darf er dennoch nicht. Anders als viele deutsche Top-Athleten trainiert Zverev während der Zwangspause unter traumhaften Bedingungen. In seiner Wahlheimat in Florida bereitet er sich im Kreis seiner Familie auf den Tag X vor, an dem die Tennis­tour zu neuem Leben erwacht.

„Ich betrachte das jetzt als längere Off-Season“, sagt Zverev. Und das trifft sich gut, denn seine Saisonvorbereitung im November 2019 hatte er zu großen Teilen zugunsten hochdotierter Showspiele mit Roger Federer geopfert. Nun kann er das Verpasste nachholen, „etwas Besseres als zu trainieren habe ich zurzeit ohnehin nicht zu tun“, sagt Zverev (22). Daher arbeitet der Weltranglistensiebte „extrem hart“ an seinen Schwächen, „vor allem an meinen Volleys“. Auch aus seinem Umfeld in der Saddlebrook-Akademie bei Tampa macht Zverev kein Geheimnis. Von wegen soziale Isolation: Die Familie mit Bruder Mischa und den Eltern hält ohnehin zusammen, nun wohnen auch Teammitglieder bei den Zverevs.

Trainingspartner auf hohem Niveau hat er genug, Doppelspezialist Marcelo Melo aus Brasilien und der frühere Profi Sergey Bubka junior, Sohn der ukrainischen Stabhochsprung-Legende, stehen zur Verfügung. Natürlich auch Bruder Mischa. Abwechslung sei wichtig, sagt Alexander Zverev: „Wenn ich drei Monate lang mit der derselben Person spielen würde, hauen wir uns irgendwann den Schläger auf den Kopf.“ Solche Probleme wünschen sich andere Profis derzeit.

Zverev geht es besser, das hat er sich durch den Erfolg verdient. Er genieße die turnierfreie Zeit sogar: „Genau jetzt ist der Moment, in dem ich mich verbessern kann.“ Er habe drei Monate Zeit, um sein „Spiel komplett auseinanderzunehmen“, wenn nicht sogar mehr. Bis zum 13. Juli ist die Tour ausgesetzt, auf der Anlage der US Open werden Corona-Patienten behandelt. Wie es in Flushing Meadows zum Turnierstart am 24. August aussieht, ist offen, ebenso ob 2020 überhaupt Profi­tennis gespielt werden kann.

Zverev könnte sich daher mit Geisterspielen anfreunden, auch in New York, wo mehr als 20 000 Zuschauer ins Arthur-Ashe-Stadion passen. „Ich denke, bis zur US-Open-Zeit sind die Tennisfans so hungrig, dass es ihnen komplett egal ist, ob wir vor Zuschauern oder leeren Rängen spielen“, sagt Zverev. Das gilt auch für ihn, denn er möchte so schnell wie möglich an den gelungenen Saisonauftakt in Australien anknüpfen. „Mein Spiel war komplett da“, sagt Zverev.

Zwar glaubt Zverev, Novak Djokovic (Serbien) und Rafael Nadal (Spanien) hätten Vorteile durch die Pause, „weil sie mehr Routine haben und genau wissen, was sie tun müssen“. Doch auf den Tag X wird Alexander Zverev bestens vorbereitet sein.