Nadal schlägt Federer und steht im Finale der French Open in Paris

French Open in Paris : „Sandplatz-König“ Nadal beherrscht Federer klar

Tennis: Spanier steht nach Dreisatz-Sieg im Finale der French Open. Das Frauen-Endspiel in Paris lautet Barty gegen Vondrousova.

 Roger Federer (37) wirkte frustriert. Der Wind wirbelte in Böen über den Platz und den Spielern den Sand in die Augen – und er kam am Freitag im Klassiker gegen Rafael Nadal (33) mit den widrigen Bedingungen überhaupt nicht zurecht. Bisweilen habe er sich gefühlt, als ob er die „Kontrolle verliere“, berichtete er, „du kommst an den Punkt, wo du hoffst, dass dein Schlag sitzt und du nicht lächerlich ausschaust“. Am Ende stellte er dann lapidar fest: „Ich habe schlecht gespielt.“

Der „König von Roland Garros“ dagegen behielt den Durchblick, auch wenn der Wind die rote Asche aufwirbelte. Mit 6:3, 6:4, 6:2 gewann Nadal in unwiderstehlicher Manier das 39. Duell mit dem Grand-Slam-Rekordsieger, er zog damit bereits zum zwölften Mal in das Endspiel der French Open ein. Bei seinen bisherigen elf Finalteilnahmen ging der „Sandplatz-König“ stets als Sieger vom Court Philippe Chatrier. „Auf Sand gibt es keinen, der ihm auch nur entfernt nahe kommt“, sagte Federer.

Ganz so leicht, wie es aussah, sei es nicht gewesen, behauptete Nadal danach. Das Match war phasenweise hochklassig, es gab grandiose Ballwechsel – es war nicht ganz so einseitig, wie das Resultat nach 2:25 Stunden vermuten ließ. Nadal allerdings kam viel besser zurecht mit dem Wind, passte sich besser an, er traf im Gegensatz zum Schweizer die taktisch richtigen Entscheidungen in kritischen und entscheidenden Momenten.

Grand-Slam-Rekordsieger Federer (20) hatte das Duell in Roland Garros 2009 gewonnen – damals aber war Nadal im Achtelfinale an dem Schweden Robin Söderling gescheitert. In den Jahren 2006, 2007, 2008 und 2011 verlor der Schweizer das Endspiel gegen seinen ewigen Rivalen. Am Ende blieb Federer nur die Anerkennung für den ewigen Rivalen, gegen den er nun die letzten sechs Duelle auf der roten Asche von Roland Garros verloren hat.

Auf seinen Finalgegner muss Nadal noch warten. Das zweite Halbfinale zwischen dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokvic aus Serbien und dem Österreicher Dominic Thiem wurde am Freitag wegen Regens zunächst zwei Mal unterbrochen und am Abend dann auf Samstag (ab 12 Uhr) vertagt. Aus Sicht Djokovics stand es 2:6, 6:3, 1:3.

Schon am Samstag bestreiten die Australierin Ashleigh Barty und Marketa Vondrousova aus Tschechien das Überraschungs-Finale bei den Damen (15 Uhr/Eurosport). Die 19 Jahre alte Vondrousova entschied am Freitag ihr Halbfinale gegen die Britin Johanna Konta mit 7:5, 7:6 (7:2) für sich und erreichte als erster Teenager seit Ana Ivanovic vor zwölf Jahren das Endspiel von Paris. Die an Nummer acht gesetzte Australierin Barty gewann gegen die 17 Jahre alte Amanda Anisimova 6:7 (4:7), 6:3, 6:3 und beendete damit auch die sensationelle Siegesserie der Amerikanerin. Vondrousova und Barty standen zuvor noch nie bei einem der vier großen Turniere im Finale.

Mehr von Saarbrücker Zeitung