Djokovic, Federer, Nadal und Bautista Agut in Wimbledon im Halbfinale.

Grand-Slam-Turnier in Wimbledon : Die drei Großen und ein Außenseiter stehen im Halbfinale

Djokovic, Federer, Nadal und der Spanier Bautista Agut erreichen in Wimbledon die Runde der letzten Vier. Heute finden die Damen-Halbfinals statt.

Stolzes Jubiläum für den „Maestro“: Roger Federer hat mit seinem 100. Sieg in Wimbledon das Halbfinale erreicht. Der Schweizer bezwang den tapferen Japaner Kei Nishikori trotz einiger Anlaufschwierigkeiten mit 4:6, 6:1, 6:4, 6:4 und kämpft weiter um den neunten Titel bei seinem Lieblings-Major in London. Auch Titelverteidiger Novak Djokovic fehlen nur noch zwei Siege zum erneuten Triumph.

Dabei hatte Federer gegen Nishikori zunächst einen Fehlstart hingelegt, direkt zum Auftakt ein Break kassiert und von den ersten 14 Ballwechseln nur drei gewinnen können. Dem Rückstand lief der 20-malige Grand-Slam-Sieger im ersten Satz letztlich erfolglos hinterher. Allerdings steigerte er sich kontinuierlich. Im zweiten Durchgang war Federer dann voll da, schaltete in den „FedExpress“-Modus und stürmte in 23 Minuten zum Satzgewinn. Obwohl sich Nishikori anschließend nach Kräften wehrte, ließ der „Maestro“ nichts mehr anbrennen. Vor allem dank seiner hervorragenden Quote bei den Netzangriffen kontrollierte er das Geschehen, nach 2:36 Stunden beendete Federer das Match mit einem Ass. Im Halbfinale am Freitag kommt es nun zur 40. Auflage des Klassikers gegen Rafael Nadal. Der Spanier besiegte den US-Amerikaner Sam Querrey im letzten Spiel des Tages mit 7:5, 6:2, 6:2.

Als erster Spieler des Tages hatte zuvor Djokovic die Vorschlussrunde erreicht. Der Weltranglistenerste aus Serbien gewann mühelos 6:4, 6:0, 6:2 gegen den Belgier David Goffin und überholte mit seiner zehnten Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon in dieser Statistik auch seinen früheren Trainer Boris Becker (neun). „Er hat gut angefangen, das Spiel von der Grundlinie diktiert. Aber dann habe ich ein gutes Spiel gemacht“, sagte Djokovic anschließend: „Die Dinge hätten aber auch anders laufen können.“

Im Duell der Dauerläufer mit dem quirligen Goffin hatte der „Djoker“ nur ganz am Anfang einige Probleme gehabt. Denn nachdem Goffin mit dem ersten Break des Tages 4:3 in Führung gegangen war, hatte Djokovic beeindruckende zehn Spiele in Folge gewonnen. Bis zum Schluss machte Goffin noch zwei Punkte. Djokovic genügte letztlich eine solide Leistung, um seinen Gegner, zuletzt immerhin Finalist beim Rasen-Turnier in Halle/Westfalen, klar zu beherrschen. Sein nächster Gegner ist der Spanier Roberto Bautista Agut, der Guido Pella aus Argentinien 7:5, 6:4, 3:6, 6:3 bezwang und auch Djokovic selbst in diesem Jahr schon zweimal geschlagen hat.

An diesem Donnerstag spielt die 23-fache Grand-Slam-Turniersiegerin Serenailliams in Wimbledon um den Einzug ins Endspiel. Im zweiten Halbfinale auf dem Centre Court ist die 37-jährige US-Amerikanerin klare Favoritin gegen die Tschechin Barbora Strycova (zweites Spiel nach 14 Uhr MESZ/Sky). Die 33-jährige Strycova belegt in der Weltrangliste Platz 54. Die frühere Weltranglisten-Erste Williams kann mit dem 24. Grand-Slam-Titel den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court einstellen. In der anderen Vorschlussrunden-Begegnung trifft vorher die letztjährige French-Open-Gewinnerin Simona Halep aus Rumänien auf die Weltranglisten-Achte Jelina Switolina aus der Ukraine.

Zu Beginn der entscheidenden Phase des Rasenturniers hat Williams derweil öffentlich gemacht, wie sehr sie das Drama um ihr verlorenes Endspiel bei den US Open gegen Naomi Osaka belastet hat. Sie habe nach der Niederlage gegen die Japanerin therapeutische Hilfe angenommen, schrieb Williams in einer Kolumne für das US-Magazin „Harper‘s Bazaar“. Jede Nacht seien ihre Gedanken darum gekreist, wieso ihr ein Spiel abgezogen worden sei. Sie sei aus Schlafmangel erschöpft gewesen, habe nach Antworten gesucht. „Und obwohl ich das Gefühl hatte, Fortschritte zu machen, war ich noch nicht bereit, einen Schläger in die Hand zu nehmen.“

Nach verbotenen Zeichen ihres Trainers während des Spiels, einem zertrümmerten Schläger und heftiger Kritik am Schiedsrichter war Williams dreimal verwarnt worden und hatte einen Spielabzug zum 3:5 im zweiten Satz erhalten. Sie hatte Schiedsrichter Carlos Ramos als Dieb bezeichnet. Anschließend beklagte sie sich, er hätte für diesen Ausdruck noch nie einen Mann bestraft.

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