Beachtennis im Wadgasser Strandbad

Beachtennis : Tennis im Sand und ein Crémantchen

Im Wadgasser Parkbad waren wieder Saarlandmeisterschaften im Beachtennis. Titelkämpfe, bei denen es nicht immer bierernst zuging.

Judith Ehl schraubt sich in die Luft und schmettert den Tennisball kraftvoll in Richtung ihrer Gegner. An der Netzkante bleibt die kleine Filzkugel hängen, scheint sich für den Bruchteil einer Sekunde zu überlegen, wo sie landen soll – und plumpst schließlich auf der gegenüberliegenden Seite in den Sand. Ehl, die für den TC Beaumarais aufschlägt, und ihre Doppelpartnerin Tina Schwan vom TC Winterbach reißen die Arme in die Luft. Sie haben das Damenfinale der Saarlandmeisterschaft im Beachtennis mit 6:2 und 6:3 gegen Katrin Groß und Claire Gassner vom TC Riegelsberg gewonnen.

Zum inzwischen 15. Mal fand die Veranstaltung des TC Hostenbach am Wochenende im Parkbad in Wadgassen statt. Beachtennis – das ähnelt von der Zählweise dem normalen Tennis, wird aber auf einem Beachvolleyball-Feld gespielt. Die Bälle haben einen geringeren Luftdruck, das Netz hängt höher. Und erlaubt sind ausschließlich Volley-Schläge. Aber das wichtigste: Im Vordergrund steht der Spaß.

„Normalerweise geht es beim Tennis bei den Turnieren und Liga-Spielen ernst zur Sache. Hier ist das anders“, sagt Ehl und fragt Doppelpartnerin Schwan: „Wollen wir noch einen Crémant trinken?“ Im Gegensatz zu anderen Beachtennis-Turnieren wurde in Wadgassen mit gewöhnlichen Tennisschlägern gespielt. Nicht mit den sogenannten Padels, die kleiner sind und nicht mit Saiten bespannt werden.

„Damit wollen wir uns von anderen Veranstaltungen abgrenzen. Mit den Padels dominieren Gewaltschläge. Bei uns gibt es längere, spannendere und abwechslungsreichere Ballwechsel. Das trägt auch zur Atmosphäre so eines Turnieres bei“, erklärte Organisationsleiter Maurice Kuhn. Er freute sich, dass mit 48 Mannschaften zehn mehr als im Vorjahr den Weg nach Wadgassen gefunden hatten. Kuhn griff auch selbst zum Schläger. Er gewann an der Seite von Stephan Bely, mit dem er zusammen beim TuS Wadgassen spielt, das Finale der Herren-Konkurrenz gegen Daniel Becker und Torben Etgen (beide TC Völklingen-Heidstock) mit 7:6 und 6:4.

„Viel zusammen trainiert haben wir eigentlich nicht. Aber Maurice ist groß, er macht die Dinger vorne weg. Außerdem haben wir hier ja ein Heimspiel. Das hat die letzten zwei Prozent aus uns herausgekitzelt“, meinte Bely mit einem Augenzwinkern. Er ergänzte: „Jeder kann Beach­tennis spielen. Der Sand, die Sonne, die Leute – das macht einfach Spaß.“ Auch bei den Herren standen nicht allein sportliche Höchstleistungen im Vordergrund: „Spiel verschieben, Jens hat noch Durst“, flachste David Siersdorfer von den TF Oppen, als er und sein Doppelpartner Jens Herrmann (TC Schmelz) zu ihrem Halbfinalspiel aufgerufen wurden – während Herrmann sich gerade ein Bier bestellt hatte.

Judith Ehl (rechts) vom TC Beaumarais-Picard und Tina Schwan vom TC Winterbach sind neue Landesmeisterinnen der Damen. Foto: Ruppenthal
Mixed-Meister wurden Fabienne Chandony und Luke Busse. Foto: Ruppenthal

Selbst Oberschiedsrichter Charlie Schröder saß der Schalk im Nacken. „Frau Chandony, da waren sie wieder zu langsam. Und Herr Busse, das Netz kann nichts dafür, wenn sie den Ball nicht treffen“, flachste Schröder bei der Mixed-Konkurrenz. Dabei waren Fabienne Chandony vom TC Riegelsberg und ihr Cousin Luke Busse vom TTC Bad Wörishofen am Ende im Mixed sogar siegreich. Sie gewannen ihr Finale mit 6:2 und 6:4 gegen Kai-Hendrik Besch (TC Hasborn) und Janine Haupenthal (TC Oberthal). „Cool, damit haben wir wirklich nicht gerechnet“, meinte Chandony. Im Halbfinale der Damenkonkurrenz war sie mit Doppelpartnerin Amelie Freitag an ihren Riegelsberger Vereins-Kolleginnen Groß und Gassner gescheitert. „Nein, da gab es keinen Ärger. Es ist Beachtennis – da gönnt man sich das gegenseitig“, sagte Chandony mit einem Lachen.

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