1. Sport
  2. Sportmix
  3. Tennis

Alexander Zverev und Angelique Kerber bei Australien Open in Runde zwei

Deutsches Tennis-Duo in Melbourne weiter : Klare Auftaktsiege für Zverev und Kerber

Deutsche Nummer eins zeigt bei den Australian Open großes Herz und spendet für die Opfer der Buschbrände.

 Eine gute halbe Stunde vor Mitternacht australischer Zeit war es eine Sache von Sekunden: Erst nutzte Alexander Zverev in der Margaret Court Arena seinen ersten Matchball zu einem souveränen Auftaktsieg bei den Australian Open, wenige Augenblicke später folgte ihm dann nebenan in der großen Rod-Laver-Arena Angelique Kerber mit ihrem dritten Matchball in die zweite Runde. Nach quälenden Tagen der Ungewissheit machten die Auftritte der beiden Sorgenkinder in der Nachtschicht des zweiten Turniertages Mut für die kommenden Runden.

Zverev sorgte am Dienstag unmittelbar nach seinem 6:4, 7:6 (7:4), 6:3 gegen den unbequemen Italiener Marco Cecchinato für einen Paukenschlag: Zur Begeisterung der Besucher kündigte er an, für jeden Sieg in Melbourne 10 000 Australische Dollar (ca. 6200 Euro) an die Betroffenen der Buschbrände in Australien spenden zu wollen. Für den Fall, dass er am 2. Februar auch das Turnier gewinnt, will der 22 Jahre alte Hamburger sogar sein komplettes Preisgeld abgeben: 4,12 Millionen Australische Dollar, umgerechnet sind das 2,55 Millionen Euro. „Wenn ich gewinne, werde ich jeden einzelnen Cent spenden. Australien ist jedes Jahr für über einen Monat unsere Heimat. Und wir haben mitbekommen, was mit den Buschbränden, mit den Menschen, die ihr Zuhause verlieren, mit den Tieren passiert“, sagte Zverev.

Während Kerber bei ihrem 6:2, 6:2 gegen die oft zu ungestüme italienische Qualifikantin Elisabetta Cocciaretto kühlen Kopf behielt, zeigte auch Zverev eine reife Leistung gegen den 77. der Weltrangliste. Vor allem in den kritischen Phasen des Spiels wirkte er sehr konzentriert, er ließ sich im Gegensatz zu seinen drei missratenen Matches beim ATP Cup nicht aus der Fassung bringen. In allen drei Sätzen kassierte er ein Break, verlor aber nie den Faden. „Ich hatte das Gefühl, die Kontrolle zu haben“, sagte er zufrieden.

Selbst der Aufschlag funktionierte diesmal so gut bei Zverev, dass sogar Eurosport-Experte Boris Becker voll des Lobes war: „84 Prozent erster Aufschläge, nur vier Doppelfehler – bitte so weitermachen.“ Zverev weiß aber, dass er noch Luft nach oben hat. „Ich mach es mir eigentlich immer selbst schwer“, sagte er nach dem Match prächtig gelaunt, betonte aber auch: „In den nächsten Spielen werde ich hoffentlich besser sein als in den letzten Jahren hier.“ Dass der Schiedsrichter Zverevs Trainings-T-Shirt mit viel zu großer Sponsoren-Aufschrift auf dem Platz melden musste und eine Strafe droht, war da nur eine Marginalie. Kommender Gegner ist der Weißrusse Igor Gerassimow.

Auch bei Kerber erwiesen sich die Bedenken vor dem Turnier zunächst als unbegründet. Bei ihrem „soliden Auftakt“ spielte ihre Oberschenkelverletzung aus dem Vorbereitungsturnier in Adelaide kaum noch eine Rolle. „Ich habe fast gar nichts gemerkt“, sagte die Melbourne-Siegerin von 2016, die nun auf die Australierin Priscilla Hon trifft.

Neben Kerber und Zverev erreichten am zweiten Turniertag noch Laura Siegemund (Metzingen) und Peter Gojowczyk (München) die zweite Runde. Dagegen schieden Cedric-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz), Dominik Koepfer (Furtwangen), Antonia Lottner (Düsseldorf) und Tatjana Maria (Bad Saulgau) aus. Von elf gestarteten deutschen Tennisprofis sind damit noch sechs im Wettbewerb.