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Selbst Kuntz ist mal machtlos

Olympische Spiele : Selbst Kuntz ist mal machtlos

SZ-Olympia-Kolumne: Über das bittere Scheitern der deutschen Fußballer. Da konnte auch der Neunkircher Stefan Kuntz nichts machen.

Neulich erzählte ein Bekannter beim Fußballplausch von einer Ehrenamts-Gala vor vielen Jahren im Saarland. Ausgezeichnet wurde er für seine Arbeit im Jugendbereich von Stefan Kuntz. Die Augen des damals Geehrten strahlen, die Stimme geht leicht höher, als er vom „Stäwwan“ und der von diesem übereichten Uhr erzählt.

Nahezu jeder, der den Furpacher mal selbst live erlebt hat, ist beeindruckt. Freundlich, kumpelhaft – und nie abgehoben. Der Saarländer hat ein einnehmendes Wesen, erzählt gerne Anekdoten oder von seiner Oma. Er ist im besten Sinne ein „Menschenfänger“.

Nach zwei Titeln und einem Finaleinzug bei drei U21-Europameisterschaften ist der 58-Jährige bei Olympia schon in der Vorrunde gescheitert. Aber eigentlich ist eher der deutsche Fußball gescheitert, wie schon 2018 bei der WM oder jüngst bei der EM. Denn etliche Vereine ließen den Neunkircher im Regen stehen. So reichte es nur zum Rumpfkader.

Um im Fußball Erfolg zu haben, braucht es Begeisterung. Die kann Ex-Europameister Kuntz gut säen, sogar mit einem limitierten aktuellen U21-Jahrgang holte er im Juni den Titel, schweißte die Jungs zu einer Einheit. Diese Begeisterung gab es in der Bundesliga für Olympia so gut wie gar nicht. Dass dann auch der Ertrag null ist, ist nur logisch. Da kann auch der beste Menschenfänger nichts machen.

(raps)