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Trainer Lorang will Buchmann noch weiter nach vorne bringen

Radsport : „Sein Erfolg ist keine Magie“

Dan Lorang, lange in Saarbrücken tätig, arbeitet als Trainer mit Buchmann.

Trainer Dan Lorang (39) hat Triathlet Jan Frodeno zum Ironman-Triumph auf Hawaii geführt, nun ist Emanuel Buchmann unter seiner Regie zu einem der weltbesten Rundfahrer geworden. Im SZ-Interview äußert sich der Luxemburger, der lange am Olympiastützpunkt in Saarbrücken gearbeitet hat und seit 2017 im Radteam Bora-hansgrohe mitwirkt, zu Buchmanns Erfolg und Entwicklung.

Herr Lorang, warum sind bei der Tour de France Leistungen wie die von Emanuel Buchmann menschlich möglich?

DAN LORANG Man muss einfach wissen, dass der menschliche Körper sehr vieles kann, wenn man ihn darauf vorbereitet. Es braucht einen langfristigen Aufbau. Wenn man den Sportlern Hilfen an die Hand gibt, kann man einfach extrem viel rausholen. Unsere Sportler fahren im Rennen nicht auf einmal auf einem anderen Level, das ist nicht überraschend, nicht unmenschlich. Es ist genau das, was wir langsam aufgebaut haben. Es sind Steigerungen, die wir erklären können.

Was ist die besondere Veranlagung von Emanuel Buchmann?

LORANG Er ist ein großes Talent, keiner, der durch die Decke geht, aber jemand, der extrem akribisch an sich arbeitet, der Spaß an dem hat, was er macht. Der langfristige Leistungsaufbau, das ist genau das, was er macht. Er wird von Jahr zu Jahr stärker, nicht nur körperlich, auch in der Persönlichkeit. Sein Erfolg ist keine Magie, die dahintersteckt, man kann das nachvollziehen.

Wann haben Sie erkannt, Leistungen wie bei der Tour de France könnten in ihm stecken?

LORANG Wir arbeiten jetzt im dritten Jahr zusammen, und es war davor schon bekannt, dass er ein guter Kletterer ist. Was mich fasziniert hat, und das ist das Wichtigste: Er hat den absoluten Willen, es zu machen, die Bereitschaft, auch mal neue Wege zu gehen, und das absolute Vertrauen mitgebracht in das, was wir machen. Mir war klar, er kann es weit bringen, aber wie weit, das kann man nicht vorhersagen.

Was ist beim Training mit Buchmann anders als beim Training mit Jan Frodeno?

LORANG Sie sind einfach andere Typen, aber was sie gemeinsam haben: Sie glauben an das, was sie tun, sie machen das zu hundert Prozent ohne Kompromisse, sie wollen beide den maximalen Erfolg. Beide geben dir als Trainer das Gefühl: Wir wollen Rennen gewinnen.

Sie haben Frodeno zum Ironman-Sieger gemacht, machen Sie Buchmann irgendwann zum Tour-Sieger?

LORANG Wenn, dann mache ich das nicht alleine, aber es ist sehr schwer zu sagen. Schön wär’s natürlich, davon träumen viele, aber unser Ziel ist, Emu jedes Jahr weiterzuentwickeln. Und wenn das so weitergeht, auch in kleinen Schritten, dann ist sicher vieles möglich. Um eine Tour zu gewinnen, muss alles zusammenkommen. Aber ich sage sicherlich nicht nein.