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Thomas glaubt noch an Titelverteidigung bei Tour de France

Radsport : „Wir sind in superstarker Position“

Schwächelnder Titelverteidiger Thomas geht zuversichtlich in die letzte Tour-Woche.

Die Gazetten schreiben schon vom „Ende des Imperiums“, Experten und Fans freuen sich über die plötzliche Schwäche: Vor der entscheidenden Woche bei der Tour de France ist das britische Multi-Millionen-Team Ineos um Titelverteidiger Geraint Thomas und Supertalent Egan Bernal angezählt. Die französische Sport-Tageszeitung „L’Equipe“ beschrieb: „Eine Atmosphäre von Revolution umgab den Tourmalet.“ Auf dem legendären Berg diktierte plötzlich nicht mehr der dominante Zug von Ineos (ehemals Sky) das Tempo, stattdessen wurde der Waliser Thomas am Berg ordentlich abgehängt.

„Es ist die Frage, ob sie sich noch zurückhalten oder ob sie doch nicht so stark sind“, sagte die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann. Der 26 Jahre alte Ravensburger ist derzeit Gesamtsechster und fährt in den Bergen auf Augenhöhe mit Top-Kletterer Bernal und deutlich vor Champion Thomas. „Abschreiben darf man Ineos nicht“, erklärte Buchmann am Montag.

Seit der Übernahme des Dauersiegers Sky durch den Chemiebetrieb Ineos Anfang Mai wirkt der Rennstall wie vom Pech verfolgt. Beim Giro im Mai hätte Bernal seine erste große Rundfahrt gewinnen sollen, bevor er mit einem Schlüsselbeinbruch ausfiel. Für die Tour galt der viermalige Sieger Chris Froome als größter Sieganwärter, bis er im Training mit 54 Stundenkilometern gegen eine Wand fuhr und verletzt passen musste. Nun müssen es Thomas und Bernal richten.

Tour de France 2019: Etappe 16 Foto: SZ/Müller, Astrid

Der in den Pyrenäen schwer getroffene Thomas sagte am Ruhetag in Nimes: „Es gibt mehrere Wege, die Tour de France zu gewinnen. Wir sind in einer superstarken Position.“ Als Zweiter hinter Gelb-Träger Julian Alaphilippe ist der 33-Jährige in der Tat vorne dabei, seine jüngsten Auftritte wecken aber Zweifel an seiner Form. Der 22 Jahre alte Bernal ist derzeit Fünfter, wirkt im Hochgebirge aber wie die stärkere der beiden Ineos-Optionen. Teamchef Dave Brailsford wirkte entspannt: „Wir sind das einzige Team mit zwei Fahrern für das Gesamtklassement. Es ist eine sehr interessante Situation.“ Zumal in der schweren dritten Woche gleich drei Alpen-Etappen auf die Stars warten.