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Kolumbianer Egan Bernal gewinnt wohl die Tour de France, Buchmann Vierter

Tour de France : Tour-Held Bernal macht ganz Kolumbien glücklich

22-Jähriger schreibt Rad-Geschichte, Buchmann Vierter.

Egan Bernal lag goldrichtig. „Ich glaube, in Kolumbien sind die Menschen jetzt ziemlich happy“, mutmaßte der Triumphator der 106. Tour de France und grinste schelmisch. Mit dem Rennen seines Lebens hat der Kletterkönig mit dem Löwenherz eine ganze Nation in einen Freudentaumel versetzt.

Zwar ging die letzte Etappe über 128 Kilometer von Rambouillet bis zu den Pariser Champs-Élysées am Sonntagabend erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe zu Ende. Aber da am letzten Tag das Gelbe Trikot traditionell nicht mehr attackiert wird, hätte nur noch ein Sturz den ersten Tour-Sieg eines Radprofis aus Lateinamerika verhindern können.

Kolumbiens wichtigste Tageszeitung El Tiempo produzierte eine Sonderausgabe über den jüngsten Tour-Sieger seit 110 Jahren. Präsident Ivan Duque gratulierte überschwänglich und kündigte einen Empfang mit Staatsehren an. In der dünnen Höhenluft war Bernal, der in der Heimat auf über 2600 Meter lebt, an allen drei Alpen-Tagen unbezwingbar, 1:11 Minuten lag er vor Beginn der Sonntags-Etappe in der Endabrechnung vor Thomas.

Am Samstag hatte der 22-Jährige vom Team Ineos beim Erfolg des Italieners Vincenzo Nibali auf der letzten Bergetappe in Val Thorens Platz vier belegt. Emanuel Buchmann (26, Ravensburg/Bora-hansgrohe) kam auf der wegen nicht passierbarer Straßen auf 59,5 Kilometer verkürzten Etappe als Siebter mit 23 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Nibali ins Ziel auf 2365 Meter Höhe. Der Deutsche verbesserte sich mit 1:56 Minuten Rückstand auf Bernal in der Gesamtwertung von Platz fünf auf vier vor dem lange führenden Julian Alaphilippe (Frankreich).