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Klein ohne Medaillenchance im Madison

Olympische Spiele : Klein hat keine Chance auf eine vordere Platzierung

Die Olympiasiegerin aus Lauterbach kommt mit Franziska Brauße im Madison auf Platz zwölf. Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich auf Medaillenkurs.

Für Lisa Klein gab es drei Tage nach ihrem sensationellen Olympiasieg mit dem deutschen Vierer am Freitag bei den Bahnrad-Wettbewerben in Izu nichts zu holen. Gemeinsam mit Franziska Brauße kam die 25-Jährige aus Lauterbach im Zweier-Mannschaftsfahren, dem Madison, nach 30 Kilometern und zwei Überrundungen auf 40 Minuspunkte und Platz zwölf. Klein und Brauße fuhren von Beginn an hinterher und hatten zu keinem Zeitpunkt eine Chance auf eine vordere Platzierung. Gold in dem von Stürzen überschatteten Rennen gewann Großbritannien (78 Punkte) vor Dänemark (35) und dem Russischen Olympischen Komitee (26).

Klein dürfte das Abschneiden locker verkraften können. Mit dem Olympiasieg mit dem Vierer hat sie Saarsport-Geschichte geschrieben. Klein ist die erste saarländische Olympiasiegerin seit 29 Jahren, als Michael Jakosits (Sportschütze) und Andreas Walzer (ebenfalls Bahnrad) in Barcelona Gold geholt hatten.

Einen Tag nach ihrer Keirin-Pleite haben sich dagegen die beiden deutschen Medaillen-Hoffnungen Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit souveränen Siegen zog das Duo ins Sprint-Achtelfinale ein. Von Verunsicherung nach ihrem frühen Scheitern am Vortag war keine Spur mehr. Schon in der Qualifikation hatten die Olympia-Zweiten im Teamsprint Spitzenzeiten auf das Oval hingelegt. Friedrich fuhr sogar Olympischen Rekord.

Bis zum Olympia-Thron ist es für Hinze und Friedrich noch ein weiter Weg. Die ersten Runden verliefen aber reibungslos. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Ich weiß, was ich falsch gemacht habe. Es ist alles gut. Ich habe es verdaut“, sagte Friedrich mit Blick auf das frühe Aus im Kampfsprint am Vortag und fügte hinzu: „Es hat mich noch mal mehr motiviert. Ich habe richtig Bock, morgen zu fahren.“

Rekord-Weltmeisterin Kristina Vogel – in Rio 2016 noch Sprint-Olympiasiegerin – sieht die deutsche Mannschaft im Trainerbereich aber zu schwach aufgestellt. „Jedes Land da unten hat einen Bundestrainer für die Taktik, nur wir nicht. Das ist kein Vorwurf an Detlef Uibel“, sagte Vogel. Bundestrainer Uibel, der auch für die Männer-Sprinter zuständig ist, könne das alleine gar nicht alles schaffen. „Du brauchst da einen Co-Trainer. Jemand, der dafür da ist, die Taktik zu machen.“

Friedrich, die von Vogel bei der Bundespolizei trainiert wird, stimmte dem zu und merkte an: „Es ist auch schwierig, eine neue Stelle zu schaffen. Da kann ich als Sportlerin schlecht was zu sagen.“ Es sei im Keirin eine schlechte Taktik gewesen, von Anfang an, monierte Vogel. „Das ist schade, die Beine sind halt da. Ich hoffe, sie können das abschütteln“, betonte die querschnittsgelähmte Rekord-Weltmeisterin, die bei Olympia für das ZDF als Expertin kommentiert.

Dass Hinze beklagte, dass ihre Rivalinnen gegen sie gefahren seien, sieht die 30-Jährige als normal an: „Willkommen im Club der Weltmeister. Die letzten vier Jahre, als ich gefahren bin, war es genauso.“ Vogel bietet Hinze dabei Unterstützung an, weiß aber auch: „Es ist schwierig für eine Ex-Weltmeisterin und eine neue Weltmeisterin, eine Beziehung zueinander zu finden, ohne dass es belehrend oder von oben herab ist. Allmählich bekomme ich da zu Emma eine Beziehung.“