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Buchmann ist Garant für den Erfolg der Deutschland-Tour

Radsport : Buchmann ist der Garant für den Erfolg

An diesem Donnerstag startet in Hannover die Deutschland-Tour. Die besten deutschen Radprofis sind am Start, ebenso ein Saar-Team.

Den kleinen Radsport-Hype von der Tour de France wollen Emanuel Buchmann und Co. gerne mit in das Prestige-Rennen in der Heimat hineintragen. Gut vier Wochen nach der Frankreich-Tortur steht bei der Deutschland-Tour mit dem großen Start in Hannover an diesem Donnerstag der nächste Höhepunkt auf dem Programm. „Ich freue mich auf die deutschen Fans und möchte die Stimmung so gut als möglich genießen“, sagt Buchmann. Für einen Großteil des Rummels hat der 26 Jahre alte Radprofi vom Team Bora-hansgrohe mit seinen Erfolgen selbst gesorgt.

Hunderttausende Zuschauer an den Straßen, die Entscheidung täglich live in ARD und ZDF: Nur ein Jahr nach der Wiedereinführung ist die Deutschland-Tour auf dem besten Weg, sich wieder einen festen Platz im Radsport-Kalender zu schaffen. „Wir wollen das Rennen entwickeln, Schritt für Schritt. Jetzt versuchen wir erst einmal, die vier Tage größer zu machen“, sagt Cheforganisator Claude Rach. Durch das jüngst gesetzte „i-Tüpfelchen“ (Rach) des Tour-Vierten Buchmann könnte diese Entwicklung sogar noch beschleunigt werden.

Die Starterliste des Rennens überzeugt. Neben Buchmann sowie der deutschen Sprint-Hoffnung Pascal Ackermann und dem Zweiten des Vorjahres, Nils Politt, sind auch internationale Stars in Deutschland und nicht bei der gleichzeitig stattfindenden prestigeträchtigen Vuelta vertreten. Der Tour-Zweite Geraint Thomas (Großbritannien) ist ebenso dabei wie Frankreichs Publikumsliebling Julian Alaphilippe. „Das Rennen funktioniert so, wie es ist, wie man an der Teilnehmerliste sieht“, befand Rach.

Mit „Bike Aid“ ist erstmals sogar ein saarländischer Rennstall dabei. Der Verein ist auf mehreren Säulen aufgebaut, das Profiteam ist nur eine. Ebenso wichtig sind der Breitensport mit etwa 1200 Mitgliedern, der Wohltätigkeits-Aspekt mit gesammelten Spenden von über 750 000 Euro seit der Gründung 2014 sowie die Aus- und Weiterbildung von afrikanischen Radrennfahrern. Mit Hafetab Weldu (Äthiopien) und Mekseb Debesay (Eritrea) stehen sogar zwei in der Startliste für die Deutschland-Tour.

Siegchancen haben sie nicht. Auch wenn der Gesamtsieg so offen erscheint wie bei wenigen Rennen. Für Bergfahrer wie Buchmann oder Thomas dürfte der Kurs nicht schwierig genug sein, stattdessen könnten Klassiker-Spezialisten wie Politt oder Alaphilippe ihre Chance suchen. „Das Profil kommt meinen Stärken nicht entgegen. Es gibt kaum Berge, die meisten Erhebungen sind Sprintanstiege“, sagt Buchmann. Das Objekt der Begierde ist im Gegensatz zur Tour de France nicht ein strahlend Gelbes, sondern ein leuchtend Rotes Trikot.

Auch bei den deutschen Profis kommt die Wiedereinführung des Rennens nach einer fast zehnjährigen Pause bestens an. „Deutschland war immer ein Radsport-Land und ist es noch“, sagt Sprint-Routinier André Greipel, der sich vor allem auf den ersten drei flachen Etappen packende Duelle mit Ackermann liefern könnte. „Meine Wattwerte sind immer noch dieselben, nur manchmal fehlt die Position. Wenn ich die Position habe, bin ich jemand, mit dem man rechnen kann“, erklärt der 37-Jährige, genannt „Gorilla“.

Mit Blick auf Streckenführung und Organisation lobt Greipel die Veranstalter: „Die Deutschland-Tour ist eine Rundfahrt mit einer langen Geschichte. Nach dem letzten Jahr hat man gesehen, dass das Konzept gut angekommen ist.“ Nach Hal­berstadt werden auch Göttingen (Freitag) und Eisenach (Samstag) Zielorte sein, bevor in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt am Sonntag das große Finale steigt und der Nachfolger des Slowenen Matej Mohoric gekürt wird.

Doch unabhängig vom Sieger kämpft die Radsport-Szene auch für ein gemeinsames Ziel. „Während der Tour hatten wir eine sehr große mediale Aufmerksamkeit. Wir können alle stolz sein, dass es so gut gelaufen ist. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute auch nach der Tour sich noch dafür interessieren“, sagt Rad-Talent Lennard Kämna, der für das kommende Rennjahr zu Bora-hansgrohe wechselt. Das soll bei der Deutschland-Tour so bleiben.