Vorwürfe gegen Klosterhalfens Trainer Julian

Leichtathletik : Jetzt gerät auch Klosterhalfens Trainer ins Visier

Im Zuge neuer Vorwürfe gegen das inzwischen aufgelöste Nike Oregon Project (NOP) und den wegen Dopingvergehen gesperrten Coach Alberto Salazar gerät nun auch Konstanze Klosterhalfens Trainer Pete Julian ins Blickfeld.

Die ehemalige US-Laufhoffnung Mary Cain erklärte in der Zeitschrift Sports Illustrated, Julian sei bei vielen Fehltritten Salazars dabei gewesen. Zudem sprach die 23-Jährige dem Coach der deutschen WM-Dritten über 5000 Meter die Befähigung ab, zukünftig als Trainer zu arbeiten.

„Man muss als Trainer eine Führungspersönlichkeit sein. Ich denke, man muss jemand sein, der Farbe bekennt, auch wenn es hart wird. Manchmal bedeutete das zu sagen: Hey, ich habe etwas falsch gemacht, lasst es uns korrigieren. Und manchmal bedeutet das, Leuten die Stirn zu bieten, die in einer höheren Position sind als man selbst, und zu sagen: Das ist nicht in Ordnung“, sagte Cain: „Wenn man nicht das Rückgrat hat, wenn man nicht die Fähigkeit hat, das zu tun, wie soll man eine Führungspersönlichkeit sein?“

Cain hatte in der vergangenen Woche erstmals von ihrer Zeit im NOP berichtet und dabei ein erschreckendes Bild gezeichnet. Man habe sie aufgefordert, deutlich ihr Gewicht zu reduzieren. Sie entwickelte dadurch das Red-S-Syndrom, das zum Verlust ihrer Periode für drei Jahre und insgesamt fünf Knochenbrüchen führte. Am Ende habe sie sogar über Suizid nachgedacht.

Julian, Co-Trainer von Salazar beim NOP, erklärte, es tue ihm leid, was Cain habe durchmachen müssen. Wenn er die Zeit zurückdrehen könnte, würde er versuchen, sich anders zu verhalten und mehr Unterstützung zu geben. Julian will nach dem Ende des NOP mit sieben ehemaligen Athleten des Teams weiterarbeiten, darunter auch Klosterhalfen. Das NOP war wegen Dopinggerüchten in die Kritik geraten, Salazar wurde am 1. Oktober wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln vier Jahre gesperrt, wenig später löste Nike das Team auf.