Semenya gewinnt und teilt verbal gegen Weltverband aus

Leichtathletik : Semenya gewinnt und teilt gegen Weltverband aus

Nach ihrem Triumph über die ungewohnte Distanz posierte Caster Semenya freundlich für Selfies, dann holte die Olympiasiegerin zum verbalen Rundumschlag aus. „Sie reden weiter, ich gewinne weiter.

Ist das nicht schön?“, schrieb die Südafrikanerin auf Twitter. Während auf juristischer Ebene unverändert über die umstrittene „Testosteron-Regel“ diskutiert wird, könnte Semenyas Trotz gegenüber dem mächtigen Leichtathletik-Weltverband IAAF nicht größer sein.

„Ich kann an jedem Wettkampf teilnehmen. Egal ob 100 oder 200 Meter, Weitsprung oder Siebenkampf. Ich bin talentiert, deshalb mache ich mir keine Sorgen“, sagte die 28-Jährige nach ihrem 2000-Meter-Sieg im französischen Montreuil am Dienstagabend voller Ironie. Das Rennen im Vorort von Paris war der erste Auftritt seit ihrem Teilerfolg im Testosteron-Streit. Theoretisch hätte die meistdiskutierte Leichtathletin der Welt auch auf ihrer Lieblingsdistanz über 800 Meter antreten können, doch Semenya verzichtete darauf freiwillig.

Das Schweizer Bundesgericht hatte die umstrittene Testosteron-Regel der IAAF Anfang des Monats zunächst bis 25. Juni ausgesetzt. Dann wird das Gericht als letzte Instanz entscheiden, ob die zum 8. Mai eingeführte Regel wieder in Kraft tritt oder weiterhin ausgesetzt bleibt. Semenya hatte Ende Mai Einspruch gegen ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS eingelegt, wonach Athletinnen mit intersexuellen Anlagen über bestimmte Strecken (400 Meter bis eine Meile) einen Grenzwert von fünf Nanomol pro Liter für körpereigenes Testosteron einhalten müssen.

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