Malaika Mihambo springt bei der Diamond League in Rom 7,07 Meter

Diamond League in Rom : Mihambo bricht den Sieben-Meter-Bann

Deutsche Weitspringerin katapultiert sich in Rom auf 7,07 Meter und ist jetzt Mitfavoritin für die WM.

Malaika Mihambo riss nur kurz die Arme hoch und winkte fast ein bisschen schüchtern ins Publikum. Die 25-Jährige konnte kaum glauben, was sie da auf der Anzeigentafel im Olympiastadion von Rom sah: 7,07 Meter. „Ich bin sprachlos“, sagte Mihambo nach ihrem ersten Sieben-Meter-Sprung überhaupt: „Es war an der Zeit, diese sieben Meter endlich aus mir herauszuholen.“

Nach ihrem Gala-Auftritt in der Diamond League ist Mihambo derzeit die absolute Nummer eins der Weitsprung-Welt – und spätestens jetzt auch eine heiße Medaillenkandidatin für die anstehende WM in Katar (27. September bis 6. Oktober). Schließlich ist ihr Plan ganz auf die Titelkämpfe in der Wüste ausgelegt. „Das ist erst der Beginn der Saison, also kann ich auf ein gutes Jahr hoffen“, sagte die Europameisterin von Berlin, die sich zudem über ein Preisgeld von 10 000 US-Dollar freuen kann: „Ich hoffe, gesund zu bleiben. Und dann meine Höchstform im August und Oktober zu haben.“

Und vielleicht geht es dann ja noch weiter hinaus für Mihambo, die sich schon jetzt auf ein neues Level katapultiert hat und ihre bisherige Bestmarke um acht Zentimeter verbesserte. In der ewigen deutschen Bestenliste schob sie sich auf Rang fünf nach vorne. „Ich hoffe, das Niveau halten oder sogar verbessern zu können“, sagte Mihambo, die als erste DLV-Springerin seit Sosthene Moguenara (7,16 Meter) vor drei Jahren die magische Marke knacken konnte.

Dabei drohte Mihambo nach Platz vier bei Olympia in Rio wegen einer schwerwiegenden Fußverletzung 2017 das Karriereende, trotzdem gelang ihr ein Jahr später mit Gold bei der Heim-EM in Belrin der internationale Durchbruch. Anschließend reiste sie alleine mehrere Wochen durch Indien, machte unter anderem einen Meditationskurs. Die Erfahrungen helfen Mihambo auch beim Springen. „Diese Selbstdisziplin, das Fokussieren, das gegen den inneren Schweinehund ankämpfen, da habe ich viel mit nach Hause genommen“, sagte Mihambo, die auch leidenschaftlich gerne Klavier spielt und näht. „Sich selbst besser kennenlernen, das hilft einem im Sport, aber auch im privaten Leben“, sagte sie.

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