Lebacher Moritz Reichert startet mit Deutschland bei der Volleyball EM

Startschuss zur Volleyball-EM : Nicht nur Reichert hofft auf eine EM-Medaille

Deutsche Nationalmannschaft möchte bei der Europameisterschaft ins Halbfinale. Lebacher Volleyballer fühlt sich topfit.

Volleyball-Bundestrainer Andrea Giani vertraut bei der Europameisterschaft in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Slowenien seinen Vize-Europameistern. Gleich zwölf seiner insgesamt 14 Spieler gehörten bereits 2017 in Polen zu dem Team, das erst das Finale gegen Russland knapp verlor.

Für Diagonalangreifer Georg Grozer, der im Sommer eine Pause von der Nationalmannschaft einlegte, ist es bereits die siebte EM-Teilnahme. Außenangreifer Moritz Reichert aus Lebach (BR Volleys) und Mittelblocker Anton Brehme (SVG Lüneburg) sind zum ersten Mal dabei.

Für das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) beginnt das Turnier an diesem Freitag in Brüssel mit der Auftaktpartie gegen Serbien (15 Uhr/Sport1+). Danach warten Co-Gastgeber Belgien (Samstag), Österreich (Montag), die Slowakei (Mittwoch) und Spanien (Donnerstag, alle 17.30 Uhr/Sport1+).

„Ich sehe großes Potenzial bei dieser EM, dass wir wirklich eine Medaille gewinnen können“, sagte Grozer, der aufgrund von Rückenproblemen und seiner langen Pause noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. Grozer, der mit 21 Punkten bei der Niederlage im letzten Vorbereitungsspiel gegen Frankreich überzeugt hatte, war sich dabei unsicher, ob er eine Hilfe für die Nationalmannschaft sein kann. Doch der Bundestrainer wollte auf keinen Fall auf ihn verzichten. „Ich habe mit Andrea Giani gesprochen, dass ich nicht in Form bin, aber gerne die Vorbereitung mitmachen möchte. Und dann muss er selbst entscheiden, ob er mich mitnimmt“, sagte Grozer. Für Giani kam es nicht infrage, den schlagstarken „Hammerschorsch“ zu Hause zu lassen. „Georg ist einer der wenigen Spieler auf der Welt, der die Möglichkeit hat, ein Spiel, die Einstellung, das Gesicht einer Mannschaft zu verändern, selbst wenn er so wie jetzt noch nicht bei seinem Maximum ist. Er ist fast unersetzlich für uns“, sagte der Italiener Giani.

Für den 24-jährigen Saarländer Reichert (bisher 24 Länderspiele) steht nach dem Trainingslager in Kienbaum fest: „Wir können mithalten und gehen mit viel Selbstvertrauen ins Turnier.“ Nach leichten Knieproblemen im Sommer ist Reichert jetzt topfit, sagte er dem rbb: „Ich fühle mich im Moment sehr gut.“ Auch die Stimmung im Team sei super: „Wir sind eine eingeschworene Truppe, auch abseits vom Feld haben wir ein super Teamgefüge. Außerdem stimmt der Mix: Wir haben erfahrene Spieler, die schon lange auf hohem Niveau spielen, und einige junge Spieler, die neue Energie reinbringen wollen.“ Das Halbfinale wolle das Team auf jeden Fall erreichen, sagt der in Berlin spielende Reichert zum Ziel Medaille: „Wichtig wird es sein, gut in das Turnier zu kommen. Mit Serbien und Belgien haben wir die schwersten Aufgaben gleich zu Beginn.“

Auch für Experten kann Deutschland um eine Medaille mitspielen. Der Vize-Europameister geht selbstbewusst ins Turnier, ein Podiumsplatz ist das erklärte Ziel. Da die Leistungsdichte in Europa in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, wird es am Ende auf die Tagesform ankommen. Neben Titelverteidiger Russland zählt auch der deutsche Auftaktgegner Serbien zu den großen Favoriten. Auch mit Co-Gastgeber Frankreich, Italien und Polen dürfte zu rechnen sein.

Der Modus ist kompliziert: Die Vorrunde wird in vier Sechsergruppen ausgespielt, die jeweils vier Gruppenbesten ziehen ins Achtelfinale ein. Eigentlich wird die Runde der letzten 16 in Überkreuzduellen ausgetragen (Erster Gruppe A gegen Vierter Gruppe C, etc.). Da allerdings alle vier Co-Gastgeber auch im Achtelfinale Heimrecht haben, werden unter Umständen noch Spielpaarungen getauscht. Die Halbfinals finden in Ljubljana/Slowenien und Paris statt, die Medaillenspiele in Paris.

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