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Vettels Sieglos-Serie hält nun schon ein ganzes Jahr

Formel 1 : Vettels Sieglos-Serie hält nun schon ein ganzes Jahr

Die Formel 1 kehrt nach der Sommerpause an den Ort zurück, an dem der Ferrari-Pilot zuletzt triumphierte. Den Takt geben inzwischen andere vor.

Die Ardennen-Achterbahn ist für Sebastian Vettel eine entscheidende Station seiner Karriere. Vor einem Jahr oder vor 20 Rennen hat der Ferrari-Star hier seinen letzten von 52 Formel-1-Siegen auf diesem Traditionskurs eingefahren. Auch 2011 und 2013 war er der Sieger – damals im Red Bull. Erinnerungen, die ihn so schnell nicht loslassen. „Diese Rennstrecke ist mit ihren sieben Kilometern über Berg und Tal eine der größten Herausforderungen überhaupt“, sagt der Ferrari-Pilot. Seine Siege auf der Berg- und Talbahn zählen laut eigener Aussage zu seinen schönsten Erinnerungen.

„Ich hatte aber auch ein negatives Erlebnis. Als ich Jenson Button 2010 im McLaren-Mercedes vor der letzten Schikane ausbremsen wollte, bin ich auf eine Bodenwelle geraten und habe uns beide ins Aus katapultiert.“ Angesprochen auf diese unrühmliche Aktion äußert der viermalige Weltmeister heute noch: „Ich wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken.“

Spa und Sebastian Vettel könnten dieses Jahr wieder eine Sieggemeinschaft werden. „Hier haben wir aufgrund unserer Motorenpower auf den langen Geraden eine realistische Chance, einen WM-Sieg einzufahren“, gibt sich der Heppenheimer vor dem ersten Rennen nach der Sommerpause an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) optimistisch. Mit seinem ersten Ferrari-Titel dürfte es aber auch im fünften Anlauf mit dem italienischen Rennstall nix werden.

Mercedes-Star Lewis Hamilton ist nach acht Siegen in zwölf von 21 Saisonrennen der absolute WM-Favorit. Der fünfmalige Champion führt die Fahrer-Tabelle mit 250 Punkten vor Teamkollege Valtteri Bottas (188) an, der seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat. Und eilt mit Siebenmeilenstiefeln seinem sechsten WM-Titel entgegen. Da ist Vettel als WM-Vierter (156 Punkte) im Titelkampf chancenlos. Im Gegensatz zu Max Verstappen. Der aufmüpfige Holländer aus dem Red-Bull-Rennstall rückt als WM-Dritter (181) dem achtmaligen Saisonsieger Hamilton Stück für Stück auf die Pelle. Muss der 34-jährige Brite im Endspurt um die WM-Krone den 21-jährigen Jungspund fürchten?

Der holländische Nationalheld Verstappen, geboren im belgischen Hasselt, ist derzeit „der Mann der Stunde“ in der Formel 1. Zwei der vergangenen vier Rennen hat er gewonnen (Österreich und Deutschland). Mit dem WM-Titel wird es vermutlich nix werden, „aber ein dritter Platz in der Endabrechnung wird drin sein“, sagt Verstappen.

„Wenn schon kein WM-Titel, dann mindestens fünf Siege“, hat Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko vorgegeben. Zwei von fünf eingeforderten Siegen hat Verstappen schon eingefahren. In neun Rennen kann er die Vorgabe noch erfüllen. „Das Auto wird immer besser. Ich arbeite seit Saisonbeginn auf Weltmeister-Niveau. Ich bin konstanter geworden. Ich weiß, wenn ich Vollgas geben muss, wann ich mich zurücknehmen muss, wann ich was riskieren kann und wann nicht“, sagt Verstappen. Glaubt er noch an den Titel? „Er ist nicht in meinem Kopf. Ich will von Rennen zu Rennen denken. Ich begreife jedes Wochenende als Chance“, sagt er. So auch das Wochenende im belgischen Spa-Francorchamps, das für ihn ein echtes Heimspiel ist. Nicht nur weil er in Belgien geboren ist, sondern weil die orange-gekleideten Fans aus dem Nachbarland in Scharen rüberströmen werden.

Sebastian Vettel steckt mit Ferrari in einem Dauertief. Foto: dpa/Zsolt Czegledi

2020 findet kein Formel-1-Rennen in Deutschland statt. Das geht aus dem Grand-Prix-Kalender hervor, der die Rekordzahl von 22 Rennen umfasst.