Renault plant Großangriff beim Heimrennen in Le Castellet

Formel 1 : Großangriff beim Heimrennen

Nico Hülkenberg und Renault sind im Mittelfeld der Formel 1 zu Hause. Das soll sich jetzt in Le Castellet ändern.

Es ist angerichtet bei Renault. Rechtzeitig zum Formel-1-Heimspiel in Le Castellet präsentierte das Team von Nico Hülkenberg ein brandneues Motorhome – eines, das durchaus auch neben den hochglänzenden Trutzburgen von Ferrari, Mercedes und Red Bull etwas dahermacht. Auf der Strecke soll aber der eigentliche Hingucker folgen, ein Mega-Update den gelb-schwarzen Boliden mit einem Schlag in den Windschatten der großen Drei befördern.

„Kleine Abstände können einen großen Unterschied machen. Es wird ein wichtiges Wochenende für uns“, sagt Hülkenberg: „Den Speed hatten wir schon die ganze Saison, aber wir hatten technische Probleme oder haben menschliche Fehler gemacht.“ Erst beim vorherigen Rennen in Kanada kam Renault mit Rang sechs und sieben den eigenen Ansprüchen nahe. Dabei will man eigentlich noch mehr.

„Endlich ein Werksteam“, hatte Hülkenberg nach seinem Wechsel zu Renault 2017 hocherfreut gesagt. Die damit verbundenen Vorteile lagen auf der Hand: eine deutliche Gehaltsaufbesserung und enorme finanzielle Mittel für die Entwicklung des Rennwagens. Der einstige Weltmeister-Rennstall war 2016 schließlich mit der Ambition zurückgekehrt, im Jahr 2020 um den Titel zu fahren.

Gut eineinhalb Jahre vor Ablauf dieses Plans wartet Renault nach 69 Anläufen allerdings immer noch auf das erste Podium seit der Rückkehr. Bei Hülkenberg sind es sogar 163 vergebliche Versuche – kein Formel-1-Pilot ohne Podestplatz hat mehr Rennen bestritten.

Vielleicht, aber nur vielleicht, enden beide Serien ja an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky). Immerhin hat der französische „National-Rennstall“ schon vor Wochen für Le Castellet viele Neuerungen angekündigt. Innovationen an Frontflügel, Nase, Leitblechen und Unterboden waren geplant, ein kompakteres Kühlsystem soll eine enger anliegende Motorverkleidung und ein schlankeres Heck erlauben. Das Paket soll auf einer Runde etwa eine halbe Sekunde bringen. Zu wenig, um die Lücke zu Mercedes, Ferrari und Red Bull zu schließen – aber womöglich genug, um sich direkt dahinter zu etablieren und aus dem breiten Mittelfeld abzuheben.

„Das Podium ist noch ein bisschen weg, andere Teams verbessern sich auch fortwährend. Aber wir wollen das Leben der drei Teams da vorne schrittweise ein bisschen schwerer machen. Wir wollen einfach näher heranrücken“, erklärt der 31-jährige Hülkenberg.

Überhaupt kann die Marschrichtung bei Renault nur lauten, ganz nach oben zu kommen und perspektivisch auch Rennen zu gewinnen. Die Verpflichtung des siebenmaligen Grand-Prix-Siegers Daniel Ricciardo (Australien) als Hülkenberg-Teamkollege zur laufenden Saison unterstreicht dies ebenso wie das geschätzte Budget von rund 200 Millionen Euro jährlich. In Le Castellet soll das nun jeder sehen.