Eishockey: Torhüter Greiss und Grubauer starten in Playoffs der NHL

Deutsche Torhüter starten in NHL-Playoffs : „Jesus Greiss“ und „große Mauer“ Grubauer als Hoffnungsträger

Die deutschen Eishockey-Nationaltorhüter starten mit der Colorado Avalanche und den New York Islanders in die Playoffs der NHL um den Stanley Cup.

Auf die Jagd nach der berühmtesten Eishockey-Trophäe der Welt blickt Toni Söderholm mit gemischten Gefühlen. „Ich wünsche jedem deutschen Spieler alles Glück der Welt und hoffe, dass er den Stanley Cup gewinnt – jedes Jahr“, sagte der neue Bundestrainer. Andererseits hätte der Nachfolger von Marco Sturm gerne seine beiden besten Torhüter bei der WM in der Slowakei (10. bis 26. Mai) zur Verfügung. Doch Philipp Grubauer und Thomas Greiss starten in die NHL-Playoffs – als Hoffnungsträger ihrer Clubs.

Schon vor einem Jahr hatte Grubauer den Stanley Cup in den Händen. Den Triumph mit den Washington Capitals würde der Rosenheimer gerne mit seinem neuen Arbeitgeber Colorado Avalanche wiederholen. Diesmal spielt der 27-Jährige aber für einen Außenseiter. „In den Playoffs werden die Karten neu gemischt“, sagte Grubauer vor dem ersten Achtelfinal-Duell mit den Calgary Flames, der Nummer eins im Westen, in der Nacht zu Freitag (4 Uhr MESZ).

Immerhin ist er nach schwachem Saisonstart bei seinem neuen Club mittlerweile der unumstrittene Stammtorwart. „Es war eine Achterbahnfahrt dieses Jahr“, gab Grubauer, in Washington jahrelang nur Ersatz, zu. In den letzten neun Spielen der Hauptrunde verbuchte er sieben Siege und nur zwei Niederlagen nach Verlängerung, eine sensationelle Fangquote von 95,5 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,67. „The Great Wall of Gruby“, schrieb die Denver Post begeistert.

Statistisch zählt Greiss sogar zu den Allerbesten. Zusammen mit seinem Teamkollegen Robin Lehner ließ der 33-Jährige bei den New York Islanders die wenigsten Gegentore aller NHL-Klubs zu. Dafür erhielt der Füssener als erster Deutscher die William M. Jennings Trophy, die ein wenig wie der Stanley Cup aussieht. Ein Vorgeschmack auf den großen Preis gewissermaßen.

Greiss, der in der Nacht zu Donnerstag (1.30 Uhr MESZ) gegen die Pittsburgh Penguins um Superstar Sidney Crosby in die Playoffs startet, wird in New York schon als „Jesus Greiss“, auf T-Shirts mit Dornenkrone im Tor oder im Internet mit Heiligenschein gefeiert. In Deutschland sorgte der bekennende Anhänger von US-Präsident Donald Trump bei der Heim-WM 2017 für Empörung, als er bei Instagram einem Eintrag ein Like gab, der die damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit Adolf Hitler verglich. Der Allgäuer lebt seit zwölf Jahren in den USA und ist mit einer US-Amerikanerin verheiratet.

 Sollten die Islanders, die 1983 zum letzten Mal den Stanley Cup gewannen, bis ins Halbfinale vorstoßen, käme Greiss für die WM nicht mehr infrage. Auch auf Stürmer Tom Kühnhackl und Verteidiger Dennis Seidenberg müsste Söderholm dann verzichten.

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